Deutsche Zeitschrift für Onkologie 2010; 42(3): 112-116
DOI: 10.1055/s-0030-1257720
Forschung
© Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG

„mal meins” – eine kunstpädagogische Intervention in der ambulanten Nachsorge hämato-onkologischer Patienten

Kristina Geue, Heide Götze, Marianne Buttstädt, Susanne Singer
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Publication History

Publication Date:
30 September 2010 (online)

Zusammenfassung

Die Diagnose Krebs stellt für jeden Menschen eine schwerwiegende Belastung dar, die mit gravierenden Veränderungen durch die Erkrankung und Behandlung einhergeht. Kunsttherapeutische Angebote bieten die Möglichkeit, die Krankheitsverarbeitung auf kreative Art und Weise zu unterstützen. In einer aktuellen Studie wird der Einfluss einer kunstpädagogischen Intervention auf das psychische Befinden, die Lebensqualität und die Krankheitsverarbeitung an einer hämato-onkologischen Patientengruppe kontrolliert untersucht. Ziel des ambulanten künstlerischen Nachsorgeangebotes ist die Gestaltung eines individuellen Buchobjektes, in dem sich die Teilnehmer mit sich selbst und der Krebserkrankung auseinandersetzen. Die Intervention spricht Patienten unterschiedlichen Alters an, wobei mehr Frauen als Männer teilnehmen. Eine erhöhte psychische Belastung der Teilnehmer vor Kursbeginn wurde festgestellt. Fundierte Aussagen zur Wirkung der Intervention können aufgrund der laufenden Datenerhebung noch nicht getroffen werden. Die starke psychische Belastung der teilnehmenden Patienten sowie der oftmals geäußerte Wunsch nach einer Fortführung des Kursangebotes unterstreichen jedoch bereits zum aktuellen Projektzeitpunkt die Notwendigkeit von evaluierten psychoonkologischen Angeboten im ambulanten Kontext.

Summary

To be diagnosed with cancer can be an incisive exposure for everyone as it accompanies serious changes caused by the disease and its treatment. Hence art therapeutical offers give the opportunity to support coping with the disease in a creative way. A current study investigates the effect of art therapy intervention on the patients‘ psychological distress, the quality of life and coping with the disease. Therefore a group of haematological patients which are attending an outpatient art course are being investigated. In this intervention participants create their individual book wherein they deal with themselves and their disease. This intervention is addressed to people of different age, whereas more women than man take part. Before the program began an increased anxiety of the participants has been asserted. Due to the ongoing data acquisition profounded statements regarding the effects of the interventions can not be made yet. However, the need of evaluated offers for cancer patients in an outpatient care has been shown already. The major psychological distress of the patients participating and their request for a continuation of art therapy courses support this fact.

Literatur

Korrespondenzadresse

Dipl.-Psychologin Kristina Geue

Universität Leipzig
Selbständige Abteilung Medizinische
Psychologie und Medizinische Soziologie

Philipp-Rosenthal-Str. 55

04103 Leipzig

Email: Kristina.Geue@medizin.uni-leipzig.de

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