Deutsche Zeitschrift für Onkologie 2010; 42(4): 168-171
DOI: 10.1055/s-0030-1257554
Forschung
© Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG

Der Einfluss von Sojaverzehr auf Brustkrebs

Mark Messina, Virginia Messina
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Publication Date:
11 January 2011 (online)

Zusammenfassung

Ob Sojaverzehr einen positiven Einfluss auf das Brustkrebsrisiko nehmen kann, wird zurzeit weltweit erforscht. Ein Großteil des Interesses kann dabei der Tatsache zugeschrieben werden, dass die Sojabohne eine reichhaltige Quelle für Isoflavone darstellt. Die chemische Struktur der Isoflavone ist Östrogenen ähnlich und übt unter bestimmten Umständen einen östrogenähnlichen Effekt aus. Die Rolle der Isoflavone hinsichtlich ihres Effekts auf das Brustkrebsrisiko wurde in der Vergangenheit oft kontrovers diskutiert, da neben den möglichen positiven Auswirkungen einige Daten aus Tier- und In-vitro-Studien darauf hindeuten, dass Isoflavone das Wachstum von östrogensensitiven Tumoren fördern. Ein Blick in die aktuelle Studienlage zeigt, dass Onkologen ihren Patientinnen nicht länger vom Sojaverzehr abraten müssen, da die klinischen und epidemiologischen Daten im Hinblick auf die Sicherheit der Sojabohne beruhigend sind.

Summary

Soya is essentially a unique food source of isoflavones, which has given rise to interest in its role in reducing cancer risk. Evidence suggests that soya intake during childhood and/or adolescence reduces breast cancer risk later in life. Although the findings are still speculative, health professionals are justified in recommending that young women incorporate soya into their diet. Given the controversy, prudence dictates a cautious approach regarding soya consumption by breast cancer patients and women at high risk of developing breast cancer. Nevertheless, because the clinical and epidemiologic data are now sufficiently reassuring in regard to safety, oncologists no longer need advise their patients against consuming soya food.

Literatur

Korrespondenzadresse

Dipl. oec. troph. Silke Lammers

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