Radiologie up2date 2011; 11(2): 151-162
DOI: 10.1055/s-0030-1256446
Neuroradiologie

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kranielle CT-Perfusion: beim Schlaganfall und über den Schlaganfall hinaus

CT perfusion scanning of the brain in stroke and beyondC.  Riedel
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Publication Date:
20 May 2011 (online)

Zusammenfassung

Hirnperfusionsmessungen mit dem Computertomografen (CTP) erlauben die quantitative Bestimmung des zerebralen Blutflusses (CBF) und Blutvolumens (CBV). Bis vor Kurzem beschränkten sich solche Messungen auf ein kleines Scanfeld nahe der Schädelbasis. Durch die Einführung von Multidetektor-CT mit 64 und mehr Detektorzeilen ist es heute möglich, eine Ganzhirnperfusionsuntersuchung mit dem CT durchzuführen. Durch ein optimiertes Scanprotokoll mit adaptiertem Timing der Kontrastmittelbolusinjektion sind solche Untersuchungen bei akzeptabler Patientendosis nicht nur in der Diagnostik des akuten ischämischen Schlaganfalls, sondern auch in anderen Notfallsituationen, wie bei prolongierten epileptischen Anfällen und im Monitoring von Vasospasmen nach Subarachnoidalblutung einsetzbar.

Abstract

CT perfusion scanning (CTP) allows for quantitative analysis of cerebral blood flow (CBF) and cerebral blood volume (CBV). Until recently, it was only possible to study brain perfusion parameters in a small stack of CT-slices close to the skull base. With the introduction of multidetector CT scanners with 64 and more detector rows it has become possible to assess perfusion of the entire brain. An optimal choice of scanning parameters like the new „shuttle”-technique combined with a well adapted regimen for contrast administration is required to guarantee reliable perfusion measurements while still keeping the x-ray dose absorbed by the patient at a minimum.

With these techniques, CTP is not only an important modality in the work-up of patients suffering from acute ischemic stroke but can also be valuable in other emergency situations such as in prolonged epileptic seizures or to monitor patients with subacute subarachnoid hemorrhage.

Kernaussagen

  • Hirnperfusionsmessungen mit der CT (CTP) erlauben die quantitative Bestimmung des zerebralen Blutflusses (CBF), Blutvolumens (CBV) und der mittleren Transitzeit des Kontrastmittels durch das Gehirn (MTT). Dabei ist mit den heutigen MDCT-Geräten eine Ganzhirnperfusionsuntersuchung möglich.

  • In der Schlaganfallbildgebung dienen die Perfusionswerte dazu, irreversibel geschädigtes Hirngewebe (den sog. Infarktkern) von ischämischem Gewebe, das durch eine Reperfusionstherapie noch gerettet werden kann (der Penumbra), zu unterscheiden. Die CTP kann darüber hinaus auch in der Tumorbildgebung, in der Vasospasmusüberwachung nach SAB und in der Bildgebung nach SHT eingesetzt werden.

  • Die Strahlendosis während einer CTP-Untersuchung kann erheblich sein. Durch Verwendung der Shuttle-Technik, eine geringere Röhrenspannung und eine optimierte Datenakquisitionszeit kann sie jedoch vermindert werden. Trotzdem ist eine Nutzen-Risiko-Abwägung in jedem Einzelfall dringend erforderlich.

Literatur

Dr. Christian Riedel

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