Gastroenterologie up2date 2011; 7(1): 19-31
DOI: 10.1055/s-0030-1256189
Ösophagus/Magen/Duodenum

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Eosinophile Ösophagitis

Petr  Hruz, Alex  Straumann
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Publication Date:
21 March 2011 (online)

Kernaussagen

Epidemiologie

  • Die eosinophile Ösophagitis (EoE) ist eine chronisch entzündliche, immunvermittelte Erkrankung der Speiseröhre, die eine markant zunehmende Prävalenz aufweist.

  • Sie zeigt mit einem Verhältnis von 3 : 1 eine deutliche Prädilektion für das männliche Geschlecht. Etwa 50 – 70 % der meist jüngeren Patienten sind mit einer atopischen Diathese belastet.

Klinik

  • Eine Anamnese mit den Leitsymptomen „Dysphagie für geformte Speisen”, „Bolusimpaktierungen” und „therapierefraktäre Retrosternalschmerzen” ist vor allem bei jüngeren Patienten sehr verdächtig auf das Vorliegen einer EoE.

Diagnostik

  • In der endoskopischen Untersuchung finden sich unspezifische Veränderungen wie rötliche Längsfurchen, weißliche Auflagerungen, Ringe und Stenosen.

  • Die Diagnose der EoE beruht einerseits auf der charakteristischen Anamnese, andererseits auf der Histologie mit dem Nachweis einer dichten eosinophilen Infiltration der Ösophagusschleimhaut.

  • Differenzialdiagnostisch muss hauptsächlich eine gastroösophageale Refluxkrankheit in Betracht gezogen werden.

Therapie

  • In der medikamentösen Behandlung werden vorwiegend topische und bei Bedarf systemische Kortikosteroide eingesetzt, auf welche die Mehrheit der Patienten gut anspricht.

  • Bei steroidrefraktärem oder steroidabhängigem Verlauf sind Immunsuppressiva und Biologika als mögliche, jedoch für diese Indikation noch wenig erforschte Alternativen in spezialisierten Zentren einzusetzen.

  • Eine gefürchtete Spätfolge der unbehandelten EoE ist das sog. Remodeling des Ösophagus, das mit Fibrosierung und Ausbildung von schweren Strikturen einhergeht. Diese Komplikation wird vorwiegend mit Dilatation behandelt. Durch eine frühzeitige und konsequente antiinflammatorische Therapie kann sie recht zuverlässig vermieden werden.

Literatur

Dr. med. Petr Hruz

Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie
Universitätsspital Basel

Petersgraben 4
CH-4031 Basel

Email: [email protected]