Gastroenterologie up2date 2011; 7(1): 47-56
DOI: 10.1055/s-0030-1256151
Darm/Anorektum

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Stuhlinkontinenz – Update

Stefan  Müller-Lissner
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Publication Date:
21 March 2011 (online)

Kernaussagen

Pathophysiologie und Diagnostik

  • Eingeschränkte Reservoirfunktion, Defekte der Sphinkterfunktion, nervale Störungen, Stuhlimpaktion im Rektum bei verminderter Rektumsensibilität und der Rektumprolaps sind die häufigsten Ursachen der Stuhlinkontinenz.

  • Die Stuhlinkontinenz ist somit kein einheitliches Krankheitsbild. Ohne detaillierte Anamnese, proktologische Untersuchung und evtl. gezielte technische Untersuchungen lässt sich daher kein Therapievorschlag machen.

Therapie

  • Kontrollierte Therapiestudien sind rar, insbesondere solche, die sich auf pathophysiologische Subgruppen beziehen.

  • Die globale Besserungsrate über Monate beträgt 60 – 80 %, unabhängig vom eingesetzten Therapieverfahren. Wahrscheinlich stellt die detaillierte Diagnostik mit den dabei gegebenen Erklärungen eine Art Sensibilitätstraining dar.

  • Für Sphinktertraining und Biofeedback-Verfahren fehlen überzeugende Wirksamkeitsnachweise. Insbesondere von aufwendigen Verfahren wird daher abgeraten.

  • Chirurgische Maßnahmen sollten nicht erwogen werden, ohne dass zuvor ein konservativer Versuch gemacht wurde, mit Loperamid die Stuhlkonsistenz zu erhöhen und die anorektale Physiologie zu beeinflussen.

Literatur

Prof. Dr. Stefan Müller-Lissner

Abteilung Innere Medizin
Park-Klinik Weißensee

Schönstraße 80
13086 Berlin

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