Gastroenterologie up2date 2011; 7(1): 57-72
DOI: 10.1055/s-0030-1256120
Leber/Galle/Pankreas

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Hepatitis C – Die neue Leitlinie

Matthias  Dollinger
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Publication Date:
21 March 2011 (online)

Kernaussagen

Prophylaxe und akute Hepatitis C

  • Bei Verdacht auf eine Infektion sollten die HCV-Antikörper bestimmt werden, ein positiver Befund muss mittels HCV-RNA-Nachweis bestätigt werden. Bei akuter Hepatitis C, Dialysepatienten, einer HIV-Koinfektion oder Vorliegen einer Immunsuppression sollte direkt die HCV-RNA bestimmt werden, da Antikörper (noch) fehlen können.

  • Eine Postexpositionsprophylaxe existiert nicht, eine Monotherapie der akuten Hepatitis C mit (pegyliertem) Interferon α innerhalb der ersten 3 Monate erreicht aber ein dauerhaftes virologisches Ansprechen bei 85 – 98 % der Patienten.

Natürlicher Verlauf und Therapieindikation bei chronischer Hepatitis C

  • Eine länger als 6 Monate fortbestehende Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus mit positivem HCV-RNA-Nachweis kennzeichnet eine chronische Hepatitis C, die bei 2 – 35 % der Patienten nach 20 – 25 Jahren zu einer Leberzirrhose führt.

  • Aufgrund der mit ihr assoziierten erhöhten Morbidität und Mortalität stellt die chronische Hepatitis C grundsätzlich eine behandlungsbedürftige Erkrankung dar, erhöhte Transaminasen oder eine fortgeschrittene Fibrose sind keine notwendigen Voraussetzungen. Kontraindikationen für die Behandlung ergeben sich im Wesentlichen aus den Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente.

Therapie der chronischen Hepatitis C

  • Ziel der Therapie ist die Elimination des Hepatitis-C-Virus, um eine Progression der Lebererkrankung sowie möglicher extrahepatischer Manifestationen zu verhindern, das Risiko eines hepatozellulären Karzinoms zu vermindern, die Lebensqualität zu verbessern und das Infektionsrisiko aufzuheben.

  • Die Standardtherapie der chronischen Hepatitis C erfolgt mit pegyliertem Interferon alfa-2a oder -2b in Kombination mit Ribavirin in gewichtsadaptierter Dosierung.

  • Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem HCV-Genotyp und der Viruskinetik. Bei niedriger Ausgangsviruslast und einem raschen Abfall der HCV-RNA-Konzentration ist eine Therapieverkürzung möglich, bei langsamem Abfall der Viruslast dagegen eine Therapieverlängerung notwendig.

  • Wesentlich für den Erfolg der Behandlung ist ein konsequentes Management der Nebenwirkungen der Medikamente, um eine Dosisreduktion oder gar Therapiepausen zu vermeiden.

Literatur

Dr. med. Matthias Dollinger, PhD 

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I

Ernst-Grube-Straße 40
06097 Halle (Saale)

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