Einleitung: Die ambulant erworbene Pneumonie (CAP) ist eine häufige Erkrankung, die nicht nur
ältere, sondern auch viele junge, im Arbeitsverhältnis stehende Menschen betrifft.
In früheren Untersuchungen wurde bei einem erheblichen Teil der Patienten mit CAP
eine lange Persistenz der Pneumonie-assoziierten Symptome und der Infiltrate im Röntgenbild
beschrieben. Bis jetzt ist unklar, wie beruflich belastete Patienten durch eine stationär
behandelte CAP bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit bei Wiederaufnahme der Arbeit beeinträchtigt
sind.
Methoden: Es wurden stationär behandelte berufstätige Patienten <65 Jahre mit einer CAP
bei Diagnosestellung kurz vor der Entlassung, nach Wiederaufnahme der Arbeit, sowie
nach Ablauf von 6 Wochen untersucht. Als Belastungstest wurde der leicht durchführbare
6-Minuten-Gehtest gewählt und mit dem klinischen Befund, der Spirometrie, der Blutgasanalyse
sowie dem St. George's Respiratory Questionnaire (SGRQ) verglichen.
Ergebnisse: Die bis jetzt untersuchten 15 Patienten waren im Durchschnitt 42±10 Jahre alt, wurden
7±2 Tage im Krankenhaus behandelt und waren 22±8 Tage arbeitsunfähig. Im Belastungstest
wurde bei Diagnosestellung eine durchschnittliche Gehstrecke von 395±158 Metern zurückgelegt.
Diese konnte während des stationären Aufenthaltes signifikant (p=0,03) auf 531±87m,
zum Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme auf 578±97m und nach 6 Wochen auf 619±70m gesteigert
werden. Ebenfalls besserten sich die FEV1, der PaO2, die klinischen Symptome, sowie der SGRQ im Verlauf.
Diskussion: Die Gehstrecke nahm während des stationären Aufenthaltes am stärksten zu. Nachfolgend
kam es bis zur Wiederaufnahme der Arbeit und nach weiteren 6 Wochen zu einer stetigen
weiteren Zunahme der Gehstrecke. Die Untersuchung belegt, dass es nach einer CAP zu
einer protrahierten Zunahme der körperlichen Leistungsfähigkeit über mehrere Wochen
kommt.