Psychiatrie und Psychotherapie up2date 2010; 4(05): 333-347
DOI: 10.1055/s-0030-1248514
Persönlichkeitsstörungen, Impulskontrollstörungen und dissoziative Störungen

Die schizotype Persönlichkeitsstörung

Claas-Hinrich Lammers
,
Thomas Schömig
Kernaussagen

Diagnostik, Epidemiologie und Verlauf

Bei der STP handelt es sich um eine abgemilderte Form der Schizophrenie. Zu den wesentlichen Symptomen gehören Beziehungsideen, seltsame Überzeugungen oder magische Denkinhalte, seltsame Denk- und Sprechweise, Argwohn oder paranoide Vorstellungen, exzentrisches Verhalten sowie soziale Isolation und soziale Angst. Die betroffenen Patienten weisen jedoch keine psychotischen Symptome in Form von Halluzinationen, Wahn, schweren formalen Denkstörungen oder Ichstörungen auf. Diese symptomatologische Nähe der STP zur Schizophrenie wird auch durch genetische, hirnmorphologische, neurophysiologische und neuropsychologische Befunde untermauert. Von einem Übergang einer schizotypen Störung in eine Schizophrenie ist mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 25 % auszugehen.

Therapie

Der Einsatz von Antipsychotika der 2. Generation (SGAs) in niedriger bis mittelgradiger Dosierung ist bei diesen Patienten erfolgversprechend. Die psychotherapeutische Behandlung sollte sich an den Grundsätzen der Psychotherapie schizophrener Patienten orientieren und überwiegend stützender und problemlösender Natur sein. Insbesondere soziotherapeutische Maßnahmen können dem Patienten helfen, sich aus seiner sozialen Isolation zu befreien. Allerdings ist die Motivation schizotyper Patienten für jegliche Form der Therapie eher gering.



Publication History

Publication Date:
04 August 2010 (online)

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