Frauenheilkunde up2date 2010; 4(2): 69-81
DOI: 10.1055/s-0030-1247351
Geburtshilfe und Perinatalmedizin

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ˙ New York

Geburtshilfliche Operationen

F. A. Taran, T. R. Vejnovic, A. Redlich, S.-D. Costa
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Publication Date:
27 April 2010 (online)

Kernaussagen

Bei Komplikationen unter der Geburt und entsprechender Indikation sollte jeder Geburtshelfer imstande sein, die Geburt entweder vaginal-operativ oder per Schnittentbindung zu beenden – in beiden Fällen für Kind und Mutter so schonend wie möglich. Dabei ist eine vaginal-operative Entbindung nur beim Höhenstand des Kopfes in Beckenmitte oder dem Beckenboden indiziert. Zur Verfügung stehen dabei die Verfahren der Vakuumextraktion und der Zangenoperation, beide mit den gleichen Indikationen und mit jeweils unterschiedlichen Komplikationsraten. Aufgrund der Seltenheit dieser Eingriffe ist es sinnvoll, in einer einzelnen Klinik jeweils eine der beiden Methoden zu etablieren, anstatt beide Verfahren nur mit mäßiger Expertise zu beherrschen.

Weltweit ist die Sectio caesarea mittlerweile die am häufigsten durchgeführte Laparotomie. Derzeit werden in Deutschland etwa 30 % der Schwangerschaften durch eine Sectio caesarea beendet. Vor 20 Jahren lag der Anteil der Schnittentbindungen nur etwa halb so hoch. Dieser Trend zunehmender Sektiones und sich reduzierender vaginal-operativer Entbindungen lässt sich weltweit beobachten und hat sehr unterschiedliche Gründe. Über die Jahrzehnte wurden die sog. klassischen Verfahren nach Pfannenstiel und in ihrer modifizierten Form nach Joel-Cohen durch stumpfere Vorgehensweisen vereinfacht und dadurch zunehmend ersetzt. Zu nennen ist hier v. a. die gefäß- und muskelschonende Methode nach Misgav-Ladach sowie die Variation nach Vejnovic, die sich insbesondere bezüglich der Schnittführung (z. B. streng in die Hautlinien) und der Nahttechniken unterscheidet.

Literatur

Dr. med. F. Andrei Taran

Universitätsfrauenklinik

Gerhart-Hauptmann-Str. 35

39108 Magdeburg

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