Fortschr Neurol Psychiatr 2010; 78: S31-S33
DOI: 10.1055/s-0029-1245169
Workshop

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Wann sollten wir mit der medikamentösen Therapie beim Morbus Parkinson beginnen?

When Should we Start Medical Treatment in Parkinson Disease?C. Buhmann1 , J. Klucken2 , A. Korchounov3 , M. Schwarz4 , P. Vieregge5 , W. H. Jost6
  • 1Ambulanzzentrum – Bereich Neurologie und Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • 2Molekular-Neurologische Abteilung, Universitätsklinikum Erlangen
  • 3Klinik für Neurologie, Marienhospital Kevelaer
  • 4Neurologische Klinik, Klinikum Dortmund – Klinikzentrum Mitte, Dortmund
  • 5Klinik für Neurologie, Klinikum Lippe-Lemgo
  • 6Fachbereich Neurologie, Deutsche Klinik für Diagnostik, Wiesbaden
Further Information

Publication History

Publication Date:
01 March 2010 (online)

Zusammenfassung

Die Entscheidung, wann eine medikamentöse Therapie beim Morbus Parkinson begonnen werden sollte, ist nach wie vor mit Unsicherheiten bei Arzt und Patient behaftet. Das Fehlen einer gesicherten neuroprotektiven Therapie in Verbindung mit der Sorge vor potenziellen kurz- oder langfristigen Nebenwirkungen der Medikation führen häufig zu einem abwartenden Verhalten und zum Aufschieben des Therapiebeginns. Neben der hierdurch fehlenden Symptomkontrolle mit häufig negativen Folgen für die Lebensqualität des Patienten gibt es zunehmend Hinweise, dass sich ein Aufschieben der Behandlung negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken könnte. Es stellt sich die Frage, ob die frühe symptomatische dopaminerge Therapie kortiko-basalganglionäre Kompensationsmechanismen unterstützt. In der jahrelangen präklinischen Phase der Erkrankung könnten diese trotz erheblichen und zunehmenden nigro-striatalen Dopaminmangels möglicherweise ein Aufrechterhalten einer nach außen intakten motorischen Funktion gewährleistet haben. Über eine symptomatische Wirkung könnte somit eventuell ein krankheitsmodifizierender Effekt erreichbar sein. In dieser Arbeit werden das Pro und Kontra einer frühen medikamentösen Therapie aufgrund der verfügbaren wissenschaftlichen Daten erörtert.

Abstract

There is still uncertainty when to start medical treatment in Parkinson disease (PD). Lack of availability of an unambiguous neuroprotective treatment and concern of potential short or long term adverse effects of medication often lead to an ”wait and see” policy regarding initiation of medical treatment. This can result in insufficient symptom control and potentially reduced quality of life. There is increasing evidence of negative influence on disease progression by delayed onset of medical drug treatment in PD. It is under discussion whether symptomatic treatment in PD supports compensatory mechanisms of the cortico-basalganglionar system which might have been responsible for a physically intact motor function despite considerable and increasing nigro-striatal dopaminergic deficit during the preclinical phase of the disease. Therefore, symptomatic treatment might modify disease progression by supporting compensatory mechanisms within the basal ganglia. In this paper we discuss pro and contra of early medical treatment onset in PD under consideration of hitherto available scientific investigations.

Literatur

Priv.-Doz. Dr. med. Carsten Buhmann

Ambulanzzentrum – Bereich Neurologie und Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Martinistraße 52

20246 Hamburg

Email: [email protected]