Radiologie up2date 2010; 10(2): 103-118
DOI: 10.1055/s-0029-1244155
Pädiatrische Radiologie/Abdominelle und gastrointestinale Radiologie

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Differenzialdiagnose des akuten Abdomens– Teil IV: Akutes Abdomen im Kindesalter

Differential diagnosis of the acute abdomen – Part IV: Acute abdomen in childrenG.  Staatz, K.  Schneider
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Publication Date:
16 June 2010 (online)

Zusammenfassung

Die Bildgebung des akuten Abdomens im Erwachsenalter hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt mit zunehmender Bedeutung der CT als dem primär eingesetzten diagnostischen Verfahren. Bei der Abklärung des akuten Bauchschmerzes im Kindesalter ist der Stellenwert der Sonografie und der konventionellen Röntgendiagnostik jedoch unverändert hoch. Die CT sollte bei Kindern aufgrund der Strahlenbelastung nur unter sehr strenger Indikationsstellung eingesetzt werden.

Abstract

The diagnostic work-up of adults with acute abdominal pain has changed signifcantly within the last decade and computed tomography is often used as the first imaging modality of choice. In pediatric patients with an acute abdomen, ultrasound and abdominal X-rays remain the first line procedures. Because of the radiation risk, computed tomography is only recommended in selected cases and when strongly indicated.

This review is the fourth and final part within a series of reviews dealing with the diagnostic strategy in the work-up of patients with an acute abdomen.

Kernaussagen

  • Bei der Abklärung des akuten Bauchschmerzes im Kindesalter ist der Stellenwert der Sonografie und der konventionellen Röntgendiagnostik unverändert hoch. Die CT sollte bei Kindern aufgrund der Strahlenbelastung nur nach sehr strenger Indikationsstellung eingesetzt werden.

  • Zu den häufigsten klinischen Symptomen gehört neben dem Bauchschmerz auch Fieber und Erbrechen, wobei galliges Erbrechen immer sehr ernst genommen werden muss. Es ist die Aufgabe des (Kinder-)Radiologen, das geeignete und zielführende bildgebende Verfahren auszuwählen.

  • Das akute Abdomen im Kindesalter ist meist durch Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts bedingt. Bei den differenzialdiagnostischen Überlegungen ist je nach Alterstufe ein unterschiedliches Erkrankungsspektrum zu berücksichtigen.

  • Im Früh- und Neugeborenenalter müssen ein Mekoniumpfropfsyndrom oder eine nekrotisierende Enterokolitis in Betracht gezogen werden, bei älteren Säuglingen und Kleinkindern kommt primär eine Lymphadenitis mesenterialis oder eine Invagination infrage, und bei Schulkindern und Teenagern sollte an eine Appendizitis gedacht werden.

  • Kontrastmitteluntersuchungen des Gastrointestinaltrakts werden heute nur noch selten, z. B. bei Verdacht auf kongenitale Darmstenose, Malrotation oder Morbus Hirschsprung eingesetzt. Dabei ist zu beachten, dass keine ionischen Kontrastmittel bei Kindern verwendet werden, da diese aufgrund der Hyperosmolarität und der Gefahr der lebensbedrohlichen Dehydrierung und Elektrolytentgleisung für Kinder nicht zugelassen sind.

Literatur

Prof. Dr. med. Gundula Staatz

Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Universitätsmedizin Mainz
Leiterin der Sektion Kinderradiologie
Klinik und Poliklinik für

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