ZWR 2009; 118(12): 666
DOI: 10.1055/s-0029-1243433
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17. blend-a-med-Kongress in Kiel - Frische Meerluft an der Küste, langer Atem für die Prophylaxe

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Publication Date:
22 December 2009 (online)

 

Der Deutsche Kongress für Präventive Zahnheilkunde, bekannter unter dem Namen blend-a-med-Kongress, beschäftigt sich jährlich mit einem aktuellen Thema der zahnmedizinischen Prophylaxe und vermittelt den Teilnehmern dabei wertvolle Tipps für die Praxis.

Im Oktober in Kiel nahmen die Professoren Johannes Einwag, Stuttgart, Christian Dörfer, Kiel, sowie Adrian Lussi, Bern, und Dr. Anton Mayr, Innsbruck, Stellung zu den Vortragsthemen "Erosionen und keilförmige Defekte" und "Maschinelle Bearbeitung der Wurzeloberflächen".

Prof. Einwag wies darauf hin, dass Karies auf exponierten und gefüllten Wurzeloberflächen bei steigendem Lebensalter der Patienten zunehmend ein Problem wird. Mit den richtigen mechanischen und chemischen Maßnahmen ließe sich der Biofilmentstehung auf diesen Bereichen jedoch gut vorbeugen. Wie sich speziell die maschinelle Reinigung von Wurzeloberflächen in der Praxis optimal gestaltet, erläuterte Dr. Anton Mayr.

Für die Zunahme von nicht kariösen Defekten der Zahnhartsubstanz in Form von Erosionen und keilförmigen Defekten seien die Gründe vielfältig, zum Beispiel veränderte Ernährungsgewohnheiten und häufige Anwendung abrasiver Zahnpasten, so Prof. Lussi. Das Verständnis der oft komplexen Ursachen stelle die Grundlage für eine wirkungsvolle Beratung des Patienten und für gezielte zahnärztliche Maßnahmen dar.

Prof. Dörfer schließlich erläuterte unter anderem interessante Ergebnisse molekulargenetischer Untersuchungen. So ließen sich aggressive Parodontitisverläufe möglicherweise auf eine der tatsächlichen bakteriellen Belastung nicht angemessene, überschießende Abwehrreaktion zurückführen. Die erprobten Therapieansätze der mechanischen Reinigung sowie der Verzicht auf Nikotinkonsum seien die Mittel der Wahl für die Aufrechterhaltung der Mundgesundheit.

So bot der 17. blend-a-med-Kongress, diesmal mit der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein als starkem lokalem Partner, eine auf Evidenz basierende Grundlage für die parodontale Langzeitbetreuung auf dem Stand der Wissenschaft.