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DOI: 10.1055/s-0029-1241672
Der klinische Stellenwert der transabdominellen Sonografie als Erstbildgebung bei unklarem Abdomen
Einleitung und Zielsetzung: Die Sonografie hat als bildgebendes Verfahren im gastroenterologischen diagnostischen Spektrum zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie ist non-invasiv, ein Echtzeitverfahren und frei von Komplikationen. Das Ziel unserer Arbeit war es den Stellenwert der transabdominellen Sonografie als Erstbildgebung bei Patienten mit unklarem Abdomen darzustellen.
Methodik und Patienten: Von den Patienten mit unklarem Abdomen, die sich in unserer Klinik in den letzten 3 Monaten vorstellten, wurden als 3 Fallbeispiele dargestellt.
Patient 1 wurde wegen seit 3 Tagen zunehmenden epigastrischen Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen aufgenommen. In der Sonografie zeigte sich im Übergang zum Duodenum eine signifikante verdickte Magenwand mit Aufhebung der Wandschichtung. Unmittelbar ventral zur Leber hin blitzten mehrere Luftreflexe auf. Der Verdacht auf eine gedeckte Perforation des Magenantrums in die Leber wurde geäußert.
Patient 2 klagte seit 3 Wochen über zunehmende rechtsseitige Oberbauchbeschwerden. Sonographisch ließ sich eine deutlich vergrößerte Gallenblase, die mit reichlich gemischt echogenen Partikelchen ausgefüllt war, nachweisen. Die Wand war verdickt und aufgelockert. Zum Leberbett hin erkannte man eine Diskontinuität der Wand. Konkremente waren nicht nachzuweisen. Eine Erweiterung des Duktus Hepatocholedochus lag nicht vor. Die Diagnose eines Gallenblasenempyems mit gedeckter Perforation wurde gestellt.
Patient 3 stellte sich mit seit 3 Wochen bestehenden Mittelbauchschmerzen vor, die durch Erschütterungen provziert werden konnten. Sonographisch konnte man am Ileum eine Doppelkokarde erkennen. Unmittelbar der Läsion vorgeschaltet fand sich eine intraluminal gelegene rundliche Struktur. Es wurde eine lipombedingte Invagination vermutet.
Ergebnis: Intraoperativ konnten die Diagnosen bestätigt werden. Die Schnittbilddiagnostik (CT und MRT) lieferte keine zusätzliche Information und war sogar bei dem 2. Patient irreführend.
Schlussfolgerung: Die transabdominelle Sonografie spielt als Erstbildgebung eine herausragende Rolle in der Diagnostik des unklaren Abdomens. In geübten Händen ist sie richtungsweisend. Die Einleitung weiterer bildgebender Verfahren kann die Diagnose nur bestätigen und liefern selten eine zusätzliche Information.