Z Gastroenterol 2009; 47 - P102
DOI: 10.1055/s-0029-1241353

Begrenztes Wissen über Hepatitis B und schlechte Durchimpfung von Verwandten von Hepatitis B Patienten in Deutschland

S Heidelberger 1, K Deterding 1, B Wiebner 1, K Meining 1, M Cornberg 1, MP Manns 1, H Wedemeyer 1
  • 1Medizinische Hochschule Hannover, Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrionologie, Hannover, Germany

Einleitung: Die Hepatitis B stellt mit ca. 500.000 Betroffenen ein signifikantes Gesundheitsproblem in Deutschland dar.

Ziele: Ziel der Studie war es, den Kenntnisstand von Angehörigen von Hepatitis B Patienten über Hepatitis B, deren Übertragungsmöglichkeiten und den Schutz zu untersuchen. Außerdem sollten Erkenntnisse darüber gewonnen werden, inwieweit nahe Angehörige gegen Hepatitis B geimpft sind.

Methodik: Wir verteilten einen strukturierten Fragebogen an 900 Hepatitis B Infizierte Patienten und baten sie diese an ihre Angehörigen weiter zu leiten. Dabei wurden Kenntnisse über Hepatitis B (Infektionsmodus, Krankheitsverlauf, Therapieoptionen, Präventionsmaßnahmen) sowie der persönliche Impfstatus erhoben. 384 Fragebögen wurden zurück gesendet und ausgewertet.

Ergebnis: Der größte Teil der zurück gesendeten Fragebögen wurde von Angehörigen aus Deutschland beantwortet, Osteuropäer und Türken waren mit jeweils 10% im Vergleich zu in Deutschland lebenden Hepatitis B Patienten unterrepräsentiert. Eine bestehende Hepatitis B Infektion berichteten 11% der Befragten, weitere 11% hatten eine HBV-Infektion in der Vergangenheit ausgeheilt und 72% gaben an, bisher keine Infektion gehabt zu haben. Nur ein Viertel der Infizierten Angehörigen konnte ihre aktuelle Viruslast angeben (< oder>2000IE/L) Insgesamt war das Wissen der Angehörigen über Ansteckungswege und Verlauf der Infektion durchwachsen (nur 41% der Angehörigen gaben an, dass man an einer Hepatitis B sterben können; 82% wussten vom Risiko der sexuellen Übertragung und 75% gaben an, dass Kondome vor einer HBV-Infektion schützen würden; weniger als die Hälfte wusste, dass eine vertikale Übertragung möglich ist). Mehr als ein Fünftel (21%) der nicht infizierten Angehörigen wurden noch nie gegen HBV geimpft (einschließlich 26/134 Lebenspartnern (20%). Der Impfstatus korrelierte nicht mit dem Migrationshintergrund.

Schlussfolgerung: Nicht nur Hepatitis B Patienten sondern auch deren Angehörige müssen über die Konsequenzen von Lebererkrankungen und HBV-Infektion aufgeklärt werden. Der schlechte Impfstatus vor allem der Sexualpartnern von HBV Infizierten sollte beachtet werden und zu einer besseren Prävention führen, um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern.