Akt Neurol 2009; 36 - P510
DOI: 10.1055/s-0029-1238604

Auswirkung generischer Substitution von Topiramat für Patienten mit Epilepsie

M Sheng Duh 1, D Latrémouille-Viau 1, P Lefebvre 1, MH Lafeuille 1, N Mishagina 1, Y Moore 1, M Gaudig 1, PE Paradies 1
  • 1Boston, USA; Québec, CAN; Neuss

Ziel: Untersucht wurden die möglichen Auswirkungen der generischen Substitution des Antiepileptikums Topamax® durch generisches Topiramat im Hinblick auf klinische und ökonomische Konsequenzen in der medizinischen Versorgung.

Methodik: Daten der Versicherungsdatenbank RAMQ der Provinz Québec (01/06–09/08) wurden analysiert. Eingeschlossen wurden Patienten mit der Diagnose Epilepsie (ICD-9:345,780.3) und >=2 Topiramat Verordnungen. Ein offenes Kohorten-Design unterteilte die Beobachtungen in sich ausschließende Beobachtungszeiträume von Topamax® und generisches Topiramat. Der Beobachtungszeitraum der generischen Substitution wurde weiter in Perioden der Verwendung eines oder verschiedener Topiramat Generika gegliedert. Die Inanspruchnahme und Kosten (Basisjahr 2007) pharmazeutischer und medizinischer Ressourcen wurden um demographische Faktoren, Behandlungscharakteristika und Co-Morbiditäten bereinigt und mit denen im Zeitraum der Verwendung von Topamax® verglichen.

Ergebnisse: 1.164 Patienten (Ø Alter 39,8 Jahre, SD 17,2;718 (61,7%)♀) wurden durchschnittlich über insgesamt 946 Tage (SD 110,6) beobachtet. 585 (50,3%) der Patienten verwendeten ausschließlich Topamax®, 126 (10,8%) begannen die Behandlung mit generischem Topiramat. 453 (38,9%) wurden auf generisches Topiramat umgestellt, von denen 252 (55,6%) mehrfach zwischen verschiedenen Topiramat Generika wechselten. 71 (15,7%) wurden im Laufe der Beobachtungszeit wieder auf Topamax® umgestellt. Verglichen mit dem Einsatz von Topamax® war der Einsatz von generischem Topiramat pro Person und Jahr mit einer signifikant höheren Anzahl Verordnungen von sowohl anderen Antiepileptika (15,9 vs. 17,2; Inzidenzrate[IRR]: 1,06, p<0,001) als auch Nicht-Antiepileptika (39,6 vs. 53,9, IRR: 1,31, p<0,0001), einem 17%igen Anstieg von Krankenhausaufenthalten (IRR: 1,17, p=0,014) und einer längeren Krankenhausverweildauer (2,4 vs. 3,1 Tage, IRR: 1,21, p<0,0001) verbunden. Insbesondere die Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten (IRR: 1,33, p<0,0001) und ihre Länge (IRR: 1,30, p<0,0001) wurde bei Anwendung verschiedener Topiramat Generika verstärkt. Die Gesamtkosten (excl. Topiramat) waren um 18% höher (p=0,004).

Fazit: Basierend auf Versicherungsdaten war die generische Substitution von Topamax®, insbesondere für Patienten, die mit mehreren Topiramat Generika behandelt wurden, sowohl mit einer signifikant höheren Anzahl und Dauer von Krankenhausaufenthalten und Verordnungen, als auch mit steigenden Gesamtkosten verbunden.