Flug u Reisemed 2009; 16(2): 94-95
DOI: 10.1055/s-0029-1225566
DFR-Mitteilungen

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Rückblick - Seminar zur Vorsorge bei Arbeitsaufenthalt im Ausland

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Publication Date:
08 June 2009 (online)

 

Bereits in der vorigen Ausgabe der FTR haben wir uns mit der neuen Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (Arb MedVV) und ihren Auswirkungen auf die Betreuung von Arbeitnehmern bei Arbeitsaufenthalt im Ausland beschäftigt. Zu der Vorsorge sind nach dem Wegfall der früher geltenden Ermächtigungsvoraussetzungen nunmehr alle Arbeits- bzw. Betriebsmediziner berechtigt.

Um dieser Situation Rechnung zu tragen, hat der DFR zusammen mit der Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften im Rahmen der 49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin am 13.03.2009 in Aachen ein Seminar mit dem Thema "Arbeitsmedizinische Vorsorge bei Arbeitsaufenthalt im Ausland" angeboten.

Ziel des Seminars war es, die betreuenden Betriebsärzte auf die sehr vielseitigen Implikationen und Probleme des Arbeitsaufenthaltes in Regionen mit besonders belastenden klimatischen und anderen Gesundheitsrisiken hinzuweisen, erklärte Dr. Ursula Mikulicz, Kronberg. Eingangs erläuterte Dr. Matthias Kluckert, Heidelberg, von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e. V. noch einmal die relevanten Bestimmungen der neuen Verordnung. Dr. Andreas Welker, VOITH AG, Heidenheim, beschäftigte sich danach mit den notwendigen Inhalten der Beratung vor der Ausreise und gab einen Überblick über alle Aspekte der betriebsärztlichen Betreuung bei Auslandseinsätzen.

Wie Dr. Andreas Müller, Missionsärztliche Klinik, Würzburg, eindringlich beschrieb, setzt der Inhalt und Umfang einer verantwortungsbewussten, fachgerechten Untersuchung nach einer Auslandstätigkeit eine genaue Anamnese voraus. Insbesondere sind aber auch fachkompetente differenzialdiagnostische Kenntnisse der möglicherweise in der Tätigkeitsregion zu erwerbenden Erkrankungen nötig. Nach Dr. Burkhard Rieke, Düsseldorf, sind bei der Beurteilung, ob ein Beschäftigter mit einer bereits bestehenden Grunderkrankung ins Ausland entsendet wird, die Art der Vorbelastung und eine eventuelle Dauermedikation und deren Kompatibilität mit beispielsweise notwendiger Malariamedikation in Betracht zu ziehen. Wichtige Aspekte sind aber auch der Entsendeort und die dort mögliche medizinische Versorgung.

Auslandstätigkeiten beinhalten nicht nur körperliche, sondern häufig auch besondere psychische Belastungen, hob Dr. Peter Schmitz, Malteser International, Köln, hervor. Vielerorts sind medizinische Versorgungsmöglichkeiten nur sehr eingeschränkt verfügbar, weshalb schwerer erkrankte Patienten oft entweder in benachbarte Länder mit besseren Betreuungsmöglichkeiten oder zurück nach Deutschland transportiert werden müssen. Mit dieser Thematik beschäftigte sich Dr. Wolfgang Mayrhofer, Malteser, Köln, im Abschlussreferat.

Wie zahlreiche Gespräche mit teilnehmenden Kollegen ergaben, stieß das Seminar auf großes Interesse.

Dr. Ursula Mikulicz, Kronberg

stellvertretende Vorsitzende des DFR