Psychiatrie und Psychotherapie up2date 2010; 4(02): 81-95
DOI: 10.1055/s-0029-1223431
Abhängigkeitserkrankungen

Komorbidität von Psychose und Sucht

Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank
Kernaussagen
  • Patienten mit der Komorbidität Psychose und Sucht sind keine Randgruppe, sondern eine große Kerngruppe unter den schizophrenen Patienten.

  • Als Ursachen für die hohe Prävalenz der Komorbidität Psychose und Sucht kommen biologische, psychologische und soziale Faktoren infrage, die miteinander interagieren können.

  • Die komorbiden Patienten haben überwiegend eine schlechte Compliance und einen ungünstigen Verlauf ihrer Psychose mit häufigen Rezidiven und stationären Aufenthalten.

  • Im Sinne einer effizienteren Behandlung dieser Patientengruppe ist es erforderlich Ansätze aus der psychiatrischen Krankenversorgung und der Suchttherapie zu integrieren und aufeinander anzupassen. Die erfolgreichsten Therapiemodelle bieten die Behandlung beider Störungen zeitlich parallel und integriert in einem Setting. Sie haben ihren Schwerpunkt im ambulanten Sektor und bieten Pharmakotherapie, motivationale Interventionen und Psychoedukation, fakultativ auch kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze und Familieninterventionen an.

  • Bei den meisten Patienten kann langfristig keine Abstinenz, aber eine Reduktion des Konsums mit deutlichen, alltagsrelevanten Besserungen der sozialen Anpassung erzielt werden.



Publication History

Publication Date:
29 December 2009 (online)

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