Aktuelle Dermatologie 2010; 36(8/09): 293-299
DOI: 10.1055/s-0029-1215424
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Zur Klinik der amelanotischen malignen Melanome

Clinical Features of Amelanotic Malignant MelanomaG.  Wagner1 , M.  M.  Sachse1
  • 1Hautklinik, Klinikum Bremerhaven Reinkenheide (Chefarzt: Dr. G. Wagner)
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Publication Date:
27 January 2010 (online)

Zusammenfassung

Am Beispiel von 8 amelanotischen malignen Melanomen wird die klinische Morphologie dieser selten vorkommenden Melanomvariante beschrieben. Darüber hinaus werden anamnestisch erfragbare Hinweise zusammengestellt, die bei der differenzialdiagnostischen Abgrenzung der amelanotischen malignen Melanome von anderen Tumorformen hilfreich sein können. Die eigenen Beobachtungen werden durch Literaturangaben ergänzt. Als klinisch-morphologische Besonderheit wiesen alle von uns diagnostizierten Fälle ohne Ausnahme einen roten Farbton auf. Im Hinblick auf die im Einzelfall zu stellende klinische Verdachtsdiagnose erscheint es daher sinnvoll, diese offensichtlich vorhandene morphologische Eigenschaft zu betonen und die amelanotischen malignen Melanome auch als rote Melanome zu bezeichnen. Darüber hinaus war die Mehrzahl der von uns beobachteten Fälle durch eine knotige Grundstruktur gekennzeichnet, was ebenfalls als Abweichung von der sonst typischen Verteilung der Wachstumsformen pigmentierter maligner Melanome zu werten ist. Für die Diagnose amelanotischer maligner Melanome richtungweisende anamnestische Angaben sind ein langsames Wachstum und ein Pigmentverlust vorbestehender Naevuszellnaevi.

Abstract

Amelanotic melanoma of the skin is a rare subtype of malignant melanoma with a suggested incidence of less than 2 % of all melanomas.

We report 8 cases of amelanotic melanoma out of a total of 443 melanomas diagnosed in our department and discuss the great complexity of these tumors in the light of their clinical morphology. Of note, all amelanotic melanomas initially presented with erythematous lesions. Consequently, the term erythematous amalignant melanoma may serve as an additional diagnostic clue. In contrast to the typical growth patterns of pigmented melanomas, the majority of our cases were also characterized by a nodular structure.

In many cases, anamnestic data such as a slow growth rate or the loss of pigment within the pre-existing moles may also help to form an early diagnosis.

Literatur

Dr. Gunnar Wagner

Klinikum Bremerhaven Reinkenheide

Postbrookstr. 103
27574 Bremerhaven

Email: gunnar.wagner@klinikum-bremerhaven.de

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