Radiologie up2date 2009; 9(4): 293-296
DOI: 10.1055/s-0029-1215252
Der besondere Fall

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kupfermangelmyelopathie

J.  Gierthmühlen, O.  Jansen
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Publication Date:
07 December 2009 (online)

Fallvorstellung

Eine 57-jährige Patientin litt seit etwa 1 Jahr an einer progredienten Gangverschlechterung. Zusätzlich fühlten sich die Füße „pelzig” an. Vor 12 Jahren war bei der Patientin eine Billroth-II-Magenresektion durchgeführt worden, seitdem wurde sie regelmäßig mit Vitamin B12 substituiert.
Klinisch-neurologisch zeigte die Patientin eine Befundkonstellation ähnlich wie bei funikulärer Myelose (= Spinalerkrankung bei Vitamin-B12-Mangel) mit erloschenen Achillessehnenreflexen, einem verminderten Vibrationsempfinden und einem erloschenen Lageempfinden an den unteren Extremitäten sowie einer ausgeprägten spinalen Ataxie. Neurografisch zeigte sich eine axonale Neuropathie der unteren Extremitäten, jedoch ließ sich das Vollbild der Patientin hierdurch nicht erklären. Routinelaborparameter, Vitamin-B12-, Folsäurespiegel und die Untersuchung des Liquors blieben ebenfalls ohne erklärenden Befund.
Die Patientin wurde vom betreuenden Neurologen zum Ausschluss einer spinalen Pathologie der MRT zugewiesen. Die MRT des Myelons wurde in sagittaler und axialer Schichtführung durchgeführt. Es wurden T2w, T2*w und STIR-Sequenzen sowie T1w Sequenzen vor und nach Kontrastmittelapplikation angefertigt (Abb. [1]).

Abb. 1 MRT zum Ausschluss einer spinalen Pathologie. a, b Die axialen T2*w (a) und T2w (b) Bilder dokumentieren eine Signalhyperintensität, die sich anatomisch den Hinterstrangbahnen zuordnen lässt. c In den sagittalen T2w Aufnahmen ist diese flaue Signalhyperintensität weniger deutlich sichtbar. Eine Myelonatrophie lässt sich nicht eindeutig nachweisen.

Literatur

Dr. med. Janne Gierthmühlen

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Institut für Neuroradiologie

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