Deutsche Heilpraktiker-Zeitschrift 2009; 4(1): 28
DOI: 10.1055/s-0029-1213402
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Anatomie: Die Gebärmutter: Das erste Zuhause des Kindes

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Publikationsdatum:
24. Februar 2009 (online)

Die Gebärmutter (Uterus) gehört zu den inneren weiblichen primären Geschlechtsorganen. In ihr reifen die befruchteten Eizellen vor der Geburt heran, nachdem sie sich dort eingenistet haben. Die Gebärmutter kann soweit wachsen, dass ein Baby in ihr Platz hat. Somit ist sie das erste Zuhause des Kindes.

Die Gebärmutter ähnelt einer auf dem Kopf stehenden Birne und ist ein mit Schleimhaut (Endometrium) ausgekleidetes Hohlorgan. Sie besteht aus dem Gebärmutterkörper (Corpus uteri) und dem Gebärmutterhals (Cervix uteri), mit dem sie über die ca. 1 cm lange Gebärmutterenge (Isthmus uteri) verbunden ist. Makroskopisch zählt der Isthmus uteri zur Zervix, histologisch trägt er Korpusendometrium. Der Isthmus uteri entsteht durch eine abwärts zunehmende Verschmälerung des Corpus und geht in die Cervix uteri über, die in eine Portio supravaginalis und Portio vaginalis unterteilt wird. Mit dem untersten Teil, der Portio vaginalis uteri, ragt der Gebärmutterhals in das Scheidengewölbe hinein. An der Portio befindet sich die äußere Gebärmutteröffnung (Muttermund).

Abb. 1 Frontalschnitt, Ansicht von dorsal, Uterus gestreckt, Lig. latum uteri entfernt: Im Frontalschnitt erscheint die Uterushöhle dreieckig. Quelle: aus [[1]]

Aufbau der Uterusschleimhaut

Das Endometrium (Uterusschleimhaut) besteht aus einer Lamina epithelialis (einschichtiges Zylinderepithel mit tubulösen Drüsen, Gll. uterinae) und einer Lamina propria (Bindegewebe, in das die Drüsen tief hineinragen). Funktionell kann man die Lamina epithelialis in ein Stratum basale (Basalis) und Stratum functionale (Funktionalis) einteilen. Die Basalis ist ca. 1 mm dünn, macht kaum zyklische Veränderungen durch und wird im Rahmen der Menstruation nicht abgestoßen. Die Funktionalis ist bei der geschlechtsreifen Frau je nach Zyklusphase unterschiedlich dick und wird bei der Menstruation in einem ca. 28-tägigen Rhythmus abgestoßen (Desquamation). Am dicksten ist sie in der sogenannten Sekretionsphase des ovariellen Zyklus. In diesem Sekretionszustand ist das Endometrium am besten auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle (Zygote) vorbereitet. Die Schleimhaut der Cervix uteri nimmt an diesen zyklischen Veränderungen nicht teil.

Funktionsprinzip der Uterusmuskulatur

Funktionell muss die Uterusmuskulatur zwei zunächst widersprüchliche Aufgaben erfüllen: Uterusverschluss während der Gravidität und Zervixöffnung während der Geburt. Dazu haben die einzelnen Muskelschichten Längs-, Schräg und Quer- bzw. Ringzüge. Die Ringzüge im Bereich der Cervix uteri dienen dem Uterusverschluss während der Geburt. Am Fundus uteri im Bereich der Tubenmündung geht die Uterusmuskulatur in die Ringzüge der Tubenmuskulatur über.

Die Kontraktion der Uterusmuskulatur wird besonders durch das hypophysäre Hormon Oxytocin gefördert. Solche Kontraktionen finden nicht nur während der Geburt statt, sondern auch bei der Menstruation, wo sie die Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut unterstützen. Hier kann es mitunter zu schmerzhaften Menstruationskrämpfen kommen.

Gutartige Tumoren der Uterusmuskulatur (Myome) können Störungen der Regelblutung verursachen.

  • 1 Schünke M. Prometheus. Lernatlas der Anatomie. Hals und innere Organe. Stuttgart; Thieme 2005 Abb.: Markus Voll, Kerl Wesker
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