Dtsch med Wochenschr 1928; 54(20): 826-828
DOI: 10.1055/s-0028-1125284
© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Ueber Anfangsfieber und Inkubation bei der Impfmalaria und der spontanen Malaria

Rudolf Wethmar - Assistent am Institut Robert Koch
  • Aus dem Institut Robert Koch (Abteilung Prof. Cl. Schilling) und den Wittenauer Heilstätten. (Direktor: San.-Rat. Dr. Bratz.)
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
18. August 2009 (online)

Zusammenfassung

Das Anfangsfieber ist ein inkonstant auftretendes Fieber, welches bei der Impfmalaria teilweise sehr heftig auftritt und sich vermutlich auch vielfach bei der spontanen Malaria findet. Es tritt vor dem Erstlinganfall auf und verläuft sehr unregelmäßig. Es kann 3—4 Tage dauern bei hoher Temperatur bis 39°, und es kann in milderer Form auftreten, ohne irgendwelche subjektiven Symptome hervorzurufen, sodaß es dann nur durch regelmäßige Temperaturmessungen festzustellen ist. Stets verläuft es ohne Schüttelfrost. Je kürzer die Inkubationszeit ist, um so häufiger und um so heftiger findet es sich.

In den Fällen von Impfmalaria, bei denen die Inkubationszeit weniger als 8 Tage betrug, trat das Anfangsfieber in 100% auf. Betrug die Inkubationszeit über 7 Tage, trat es in 42% der beobachteten Fälle auf. Trat es vor dem 8. Tag der Inkubation auf, hatte es eine mittlere Dauer von 3,7 Tagen und zeigte hohe Temperaturen, jenseits des 8. Tages hatte es eine mittlere Dauer von nur 1,03 Tage und zeigte einen weit milderen Verlauf. Es ist anzunehmen, daß es sich in dieser milderen Form auch in einem gewissen Prozentsatz bei der spontanen Malaria findet.

Das Anfangsfieber wird als ein Teil der Inkubationszeit angesehen. Es zerfällt demnach die Inkubationszeit bei den Fällen mit Anfangsfieber in zwei Abschnitte, erstens die absolute fieberfreie Periode, zweitens die Periode des Anfangsfiebers.

Für die erste fieberfreie Periode wird die Bezeichnung Präkubationszeit vorgeschlagen.