Dtsch med Wochenschr 1975; 100(22): 1233-1238
DOI: 10.1055/s-0028-1106362
© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Vergleich des Fettsäuremusters zwischen menschlichem Fett- und Lebergewebe bei Nichtalkoholikern und Alkoholikern*

Das Fettsäuremuster als Indikator für AlkoholismusFatty-acid pattern of human fat and liver tissues in alcoholics and non-alcoholics: fatty-acid pattern as a measure of alcoholismG. Berghaus, A. Kurz, G. Dotzauer
  • Institut für Gerichtliche Medizin der Universität Köln (Direktor: Prof. Dr. G. Dotzauer)
*Professor Dr. W. Kaufmann zum 50. Geburtstag
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Publication Date:
07 April 2009 (online)

Zusammenfassung

Von 116 obduzierten Leichen wurden gleichzeitig Proben aus dem rechten Leberlappen und dem Bauch deckenfettgewebe in der frühesten Leichenzeit entnommen und vergleichend das Fettsäuremuster (Laurin-, Myristin-, Palmitin-, Palmitolein-, Stearin-, Öl- und Linolsäure) beider Gewebe sowie der Verfettungsgrad der Leber bestimmt. Da zusätzlich aus den Sektionsprotokollen neben anderen Informationen Daten zum chronischen Alkoholüberkonsum in der präfinalen Lebensphase ermittelt wurden, konnten anhand dieser Variablen statistische Analysen mit folgenden Ergebnissen durchgeführt werden: Mit wachsender Verfettung steigt der relative Anteil der Palmitoleinsäure am Fettsäuremuster der Leber und des Unterhautfettgewebes; gleichzeitig fällt der relative Anteil der Stearinsäure im Unterhautfettgewebe. Der Vergleich zwischen Alkoholikern (n = 19) und Nichtalkoholikern (n = 91) zeigt die erwartete höhere Verfettung der Leber bei den Alkoholikern (x̄ = 13,4%) gegenüber den Nichtalkoholikern (x̄ = 5,6%). Des weiteren ist sowohl in der Leber als auch im Unterhautfett der relative Anteil der Palmitoleinsäure an der Zusammensetzung der Fettsäure bei den Alkoholikern signifikant höher als bei den Nichtalkoholikern. Während jedoch in der erstgenannten Gruppe der Anteil der Palmitoleinsäure am Fettsäuremuster der Leber höher ist als im Unterhautfett, ist es bei der Vergleichsgruppe umgekehrt.

Summary

Samples from the right lobe of the liver and from fat tissue of the abdominal wall were removed shortly after death from 116 persons. Fatty-acid pattern of both tissues (lauric, myristic, palmitic, palmitoleic, stearic, oleic, linoleic acids) was measured and compared with the degree of fatty infiltration of the liver. The data were also correlated with chronic excess alcohol consumption in the pre-terminal phase. It was found that with increasing fatty infiltration there was a rise in the relative proportion of palmitoleic acid in liver and subcutaneous fat tissues, with a fall in the relative proportion of stearic acid in the latter. Comparison of results in alcoholics (19 subjects) and non-alcoholics (91) showed the expected higher fatty infiltration of the liver in the former (x̄ = 13.4% and 5.6%, respectively). Both in liver and subcutaneous fat tissues the relative proportion of palmitoleic acid was significantly higher in alcoholics. But while in these the proportion of palmitoleic acid in the liver was higher than in subcutaneous tissue, the relationship was the converse among the non-alcoholics.