Zentralbl Chir 2009; 134(6): 545-549
DOI: 10.1055/s-0028-1098921
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag Stuttgart ˙ New York

Mechanischer Ileus im Kindesalter – Ursachen und operative Therapiemaßnahmen

Mechanical Ileus in Childhood – Causes and Surgical TherapyG. Steinau1 , C. Emmonts1 , V. Schumpelick1 , G. Böhm1
  • 1Universitätsklinikum Aachen, Chirurgische Klinik, Aachen, Germany
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Publication Date:
17 December 2009 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund: In der vorliegenden Studie wurden Ursachen und operative Therapiemaßnahmen bei Kindern, die an einem mechanischen Ileus operiert wurden, untersucht. Patienten: In einer retrospektiven Studie haben wir alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr ausgewertet, die wegen eines mechanischen Ileus während dem Zeitraum vom 1.1.1996 bis 31.12.2006 opera­tiv behandelt wurden. Insgesamt konnten 89 Kinder in die Studie eingeschlossen werden. Ergebnisse: Von den insgesamt 89 Kindern wa­ren zum Zeitpunkt der Operation 15 Neugeborene (16,9 %), 23 Säuglinge (25,8 %), 19 Kleinkinder (21,3 %) und 32 Schulkinder (36 %). Mindestens eine abdominelle Voroperation war bei 51 Kindern (von insgesamt 89) vorausgegangen. Int­raoperativ lag bei 56 Kindern ein Adhäsions- / Bridenileus und bei 11 eine Invagination vor. Asso­ziierte Begleitfehlbildungen mussten bei insgesamt 34 Kindern festgestellt werden. Am häufigsten lagen Fehlbildungen des Herzens und des Gastrointestinaltraktes vor. Der häu­figste opera­tive Eingriff war die Bridenlösung / Adhäsiolyse bei 56 Kindern (62,9 %), gefolgt von der Desinvagination in 11 Fällen (12,4 %). Eine Darmresektion wurde bei 23 Kindern (25,8 %) durchgeführt. Schlussfolgerung: Das Risiko, einen Bridenileus zu entwickeln, war umso höher, je mehr Voropera­tionen stattgefunden haben. Ziel der operativen Ileusbehandlung ist zum einen die Druckentlastung des überdehnten Darmes durch eine Dekompression und zum anderen die Passagewiederherstellung durch die Beseitigung der mechanischen Obstruktion. Gehäuft tritt ein Ileus nach abdomineller Voroperation auf und bei über einem ­Drittel der Kinder liegen Begleitfehlbildungen vor. Kinder mit einem mechanischen Ileus sollten ­einer zügigen operativen Therapie zugeführt werden, die größtenteils in einer Adhäsiolyse / Bridenlösung und Vornahme von Darmresektionen besteht.

Abstract

Background: The present study examines the causes and surgical management in children who under­went surgery for a mechanical Ileus. Patients: We studied all children up to the age of 18 years who had undergone a surgical inter­vention for a mechanical ileus between 1.1.1996 and 31.12.2006. 89 children were included in this retro­spective study. Results: Of the total of 89 children 15 were ­newborn (16.9 %), 23 babies (25.8 %), 19 toddlers (21.3 %) and 32 school children (36 %) at the time of the operation. 51 of the 89 children had undergone at least one previous abdominal operation. Intraoperative findings showed the cause for the ileus to be adhesions in 56 and a bowel invagination in the remaining 11 children. Associated malformations were found in 34 children, the most frequent being malformations of the heart and gastrointestinal tract. The most frequent surgi­cal intervention was adhesiolysis in 56 children (62.9 %), followed by the reposition of invaginat­ed intestine in 11 (12.4 %). Bowel resection was ­necessary in 23 children (25.8 %). Conclusion: The risk for developing an ileus due to adhesions increases with the number of previous operations. Surgical intervention for an ileus aims to decompress the overstretched bowel and to restore gastrointestinal flow by removing the mechanical obstruction. One third of the children with an ileus have accompanying malformations. Children with a mechanical ileus should undergo surgery as soon as possible.

Literatur

Priv.-Doz. Dr. G. Steinau

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