Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin 2008; 18 - V13
DOI: 10.1055/s-0028-1096303

Erfolge in der Rehabilitation rückenmarksgeschädigter Patienten mit pulsierenden Magnetfeldern

G Fischer 1, G Korisek 1, W Röthl 1
  • 1Graz

Fragestellung: Im Rahmen einer kontrollierten randomisierten Doppelblindstudie wurde die Wirkung adjuvanter niederfrequent pulsierender Magnetfelder auf den Rehabilitationserfolg von rückenmarksgeschädigten Patienten dokumentiert.

Methodik: Dabei wurden 18 Patienten (9:9) über vier Wochen einmal pro Tag (Montag bis Freitag) auf einer Ganzkörpermatte des Gerätesystems QRS 101 (Fa. Magnovit International, FL) für 16 Minuten (schein-)behandelt. Die Flussdichte betrug 3,4 µT, das Signal besteht aus nach einer e-Funktion ansteigenden Rechteckimpulsen, das sich nach einer Pause wiederholt. Spektralanalytisch liegen die Frequenzschwerpunkte bei 3, 22, 250, 500, 750, 1000, 1250 und 1500 Hz. Am Beginn und am Ende der Therapie wurden folgende Parameter erhoben: Subjektives Allgemeinbefinden, Allgemeinzustand, vier Schmerzskalen (VAS, NAS, SVS, AVS), der Funktionale Selbständigkeitsindex FIM mit 20 Subskalen (Selbstversorgung, Kontinenz, Transfers, Fortbewegung, Kommunikation, kognitive Fähigkeiten) und die Modifizierte Ashworthskala.

Ergebnis: Es gab ausschließlich Verbesserungen im Behandlungsverlauf mit Vorteilen für das Verumregime: Am Anfang lagen identische Ausgangssituationen in beiden Kollektiven vor, am Ende zeigten sich auf der SVS geringere Schmerzen und ein besserer Allgemeinzustand bei Verum im statistischen Trend. Betrachtet man die Verläufe bei Verum und Placebo, so ergibt sich ein leichter Vorteil für die Verumpatienten bei den FIM-Werten; darüber hinaus ergaben sich ausschließlich bei Verum eine signifikante Schmerzlinderung anhand der NAS sowie dazu korrespondierend trendmäßig auf der VAS.

Diskussion: Die Ergebnisse weisen auf potenzielle Schmerzmitteleinsparungen und Kostensenkungen durch kürzere Rehabilitationszeiten hin; in Summe stellen die Resultate eine Bestätigung früherer Studien dar, die Schmerzlinderungen, Steigerung der Beweglichkeit und Alltagsfertigkeiten bei Applikation niederfrequent pulsierender Magnetfelder bewiesen.