Psychiatrie und Psychotherapie up2date 2009; 3(02): 105-120
DOI: 10.1055/s-0028-1090163
Persönlichkeitsstörungen, Impulskontrollstörungen und dissoziative Störungen

Schematherapie mit dem Moduskonzept bei Persönlichkeitsstörungen

Gitta A. Jacob
,
David Bernstein
,
Klaus Lieb
,
Arnoud Arntz
Kernaussagen
  • Der schematherapeutische Modusansatz ist insbesondere indiziert bei Patienten mit Persönlichkeitsstörungen (PS) oder komplexen und chronischen psychischen Problemen. Für einige PS wurden bisher störungsspezifische Modusmodelle formuliert, prinzipiell lässt sich der Modusansatz aber als einzelfallorientiertes Konzept gerade bei Patienten einsetzen, die nicht gut störungsspezifisch behandelt werden können.

  • Im Moduskonzept des Patienten werden einerseits vulnerable und kritische Selbstanteile (vulnerable Kind- und dysfunktionale Elternmodi) und andererseits dysfunktionale Bewältigungsmodi abgebildet und in Zusammenhang mit den Symptomen und interaktionellen Problemen des Patienten gebracht.

  • In der Therapie wird in Abhängigkeit vom jeweils vorherrschenden Modus interveniert, wobei das psychodynamische Fallverständnis kombiniert wird mit kognitiven, verhaltenstherapeutischen und emotionsfokussierenden Methoden. Die wesentlichen Therapieziele bestehen darin, vulnerable Kindmodi zu validieren und zu stärken, dysfunktionale Elternmodi in ihrer Macht zu begrenzen und dysfunktionale Bewältigungsmodi zu reduzieren.



Publication History

Publication Date:
05 March 2009 (online)

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York