Dendritische Zellen (DC) können beim Mammakarzinom mittels Aktivierung antigenspezifischer
zytotoxischer T-Zellen eine effiziente Anti-Tumorimmunantwort induzieren. Um T-Zellen
effektiv stimulieren zu können, benötigen DC neben Tumorantigenen noch ein weiteres
Aktivierungssignal. Bei n=143 Pat. mit metastasiertem Mammakarzinom wurde eine Therapie
mit, aus Monozyten generierten, DC durchgeführt. 56 Patientinnen (37%) zeigten eine
Therapieresponse mit Gesamtüberlebenszeiten von 5–101 Monaten (Median: 26 Monate).
Die 3-Jahres-Überlebensrate betrug 20%. Non-Responder (n=87) hatten Gesamtüberlebenszeiten
von 1–39 Monaten (Median: 4 Monate) und eine 3-Jahres-Überlebensrate von 1%. Begleitend
erfolgten durchflusszytometrische Analysen der Tumore zur Expression der MHC- und
Adhäsionsmoleküle. Ferner wurde der Effekt der Toll-like-Rezeptor-Liganden Poly I:
C, bakterielle Lipopeptide und Lipopolysaccharide auf die Reifung, Aktivierung und
Funktionalität Dendritischer Zellen analysiert. Die durchflusszytometrischen Analysen
zeigten bei keinem der analysierten Tumoren einen vollständigen Expressionsverlust
der MHC-Klasse-I/II-, sowie der Adhäsionsmoleküle ICAM 1 und LFA–3. Bei den DC führt
die Aktivierung der Toll-like-Rezeptoren zur verstärkten Expression der für eine T-Zell-Stimulierung
notwendigen co-stimulatorischen Moleküle CD80 und CD86. Lipopeptide unterdrücken die
Produktion des IL–10, das eine TH2-Immunantwort begünstigt. Dagegen wird das für eine
TH1-Immunantwort wichtige Zytokin IL–12 durch die Aktivierungssignale Lipopolysaccharide
und Poly I: C deutlich gesteigert. Die in-vitro und in-vivo Ergebnisse zeigen, dass
eine Immuntherapie mit dendritischen Zellen bei der Behandlung des metastasierten
Mammakarzinoms wirksam sein kann.
Dendritische Zelltherapie - Immuntherapie - Mammakarzinom