Geburtshilfe Frauenheilkd 2008; 68 - PO_Onko_02_01
DOI: 10.1055/s-0028-1088969

Rezidivierende granulomatöse Mastitis – Zuwarten oder Mastektomieren?

N Sänger 1, K Engels 2, M Kaufmann 1, C Solbach 1
  • 1Universitätsfrauenklinik Frankfurt am Main, Frankfurt am Main
  • 2Senckenbergisches Institut für Pathologie, Universität Frankfurt am Main, Frankfurt am Main

Einleitung: Die granulomatöse Mastitis (GM) ist eine seltene, benigne Erkrankung. Man unterscheidet histopathologisch 3 verschiedene Formen. Die granulomatöse, galaktostatisch oder destruierende Mastitis, die granulömatöse lobuläre oder idiopathische Mastitis und die spezifische granulomatöse Form. Die Genese ist unklar, eine Autoimmunkomponente, eine Infektion oder ein auslösendes Trauma wird diskutiert. Klinisch imponiert die GM einer Entzündung oder eines Malignoms. Patienten: Unser Kollektiv zeigte Patientinnen mit ein- oder beidseitig spontan die Kutis perforierenden Abszessen, mit Inflammationen der Kutis, mit schmerzhaften und schmerzfreien Tastbefunden sowie malignomsuspekten Veränderungen in der Bildgebung. Bei einer Patientin bestand differentialdiagnostisch der V.a. ein Rothmann-Makai- Syndrom. Alle Patientinnen waren bereits auswärtig anbehandelt. Die Krankheitsverläufe erstreckten sich zum Teil über Monate mit wechselnden Phasen des Therapieansprechens auf Kortikosteroide und Antibiotika und mit deutlicher Neigung zu Rezidiven. In 2 Fällen waren operative Abszessdrainagen notwendig, zu einer Mastektomie konnte sich keine Patientin entschließen. Schlussfolgerung: In der Literatur finden sich keine international einheitlichen Therapieempfehlungen zur Behandlung der GM. Sie reichen von Observation, immunsuppressiven Therapien, Exzisionsbiopsien bis hin zur Mastektomie. Der Leidensdruck der Patientinnen ist hoch und die Behandlung für die Betroffene und den behandelnden Arzt mit einer hohen Frustration begleitet. Eine histologische Abklärung zum Ausschluss einer malignen Erkrankung ist in jedem Fall indiziert.