Geburtshilfe Frauenheilkd 2008; 68 - PO_Onko_01_66
DOI: 10.1055/s-0028-1088864

Aussagekraft des histologischen Befundes der fr. Abrasio hinsichtlich der Planung der operativen Therapie des Endometriumkarzinoms

N Reinert 1, IM Wimber 1, F Wolff 1
  • 1Kliniken der Stadt Köln, Frauenklinik Köln-Holweide, Köln

Zielsetzung

Korrelation der Histologie der fraktionierten Abrasio uteri mit der Histologie am Hysterektomiepräparat hinsichtlich Karzinom-Typ, histologischem Grading und Zervixbeteiligung gemäß des FIGO-Stadiums

Methodik

Retrospektive Untersuchung von 29 Patientinnen mit EM-CA vom 01.01.2006 bis 31.12.2007

Ergebnis

Altersverteilung: Mittleres Erkrankungsalter der 29 Pat.: 65,48J. (Amin 47J, Amax 85J), Median: 64J.

Histopathologie: 29/29 der Abrasio- sowie der Hysterektomiepräparate entsprachen dem endometroiden Adenokarzinom.

Differenzierungsgrad: 18/29 Präparaten (62,1%) entsprachen nach Beurteilung des HE-Präparates dem Grading der Abrasio (G1=G1: 13; G2=G2: 2; G3=G3: 3). 11/29 Befunden (37,9%) erforderten eine Korrektur (9 Upgrades, 2 Downgrades) nach Hysterektomie.

Tumorstadium: In 21/29 Fällen (72,4%) korrelierte der Tumorzellnachweis im Zervixabradat mit dem FIGO-Stadium des Endometrium-CA. 18/29 (62%) Zervixabradate waren ohne Tumorzellnachweis. In der endgültigen Histologie bestätigte sich ein Endometrium-CA FIGO Ia-c; in drei Fällen mit Zervixinvasion war diese bereits im Zervixabradat nachweisebar (FIGO IIIa-c).

Zusammenfassung

Für die Planung der operativen Therapie des Endometriumkarzinoms ist die exakte Erfassung des histologischen Gradings und der Stadienzuordnung von größter Bedeutung. In der internationalen Literatur ist eine Diskrepanz von 23–35% zwischen Grading im Abradat und Grading am extirpierten Uterus beschrieben. In unserer Untersuchung bestätigt sich diese Diskrepanz. Es bleibt festzuhalten, dass das histopathologische Ergebnis der fraktionierten Abrasio keine ausreichende Sicherheit hinsichtlich der Operationsplanung des Endometriumkarzinoms bietet.