psychoneuro 2008; 34(6/07): 330
DOI: 10.1055/s-0028-1082359
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Schizophrenie - CONSTATRE-Studie - Langzeitergebnisse zu Risperidon in Depotform überzeugend

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Publikationsdatum:
31. Juli 2008 (online)

 

Schizophrene Erkrankungen zählen zu den schwersten psychischen Erkrankungen. Die Rezidivprophylaxe ist ein wichtiges Behandlungsziel, da Rückfälle in hohem Maße das Behandlungsrisiko erhöhen und die soziale Integration des Patienten gefährden. Eines der Hauptrisiken für ein Rezidiv stellt das Absetzen der Medikation dar. Nur etwa die Hälfte der Patienten nimmt regelmäßig ihre Medikamente ein. "Dies wird zum einen auf Nebenwirkungen zurückgeführt, aber auch auf die mangelnde Krankheitsakzeptanz der Patienten", erklärte Prof. Wolfgang Gaebel, Düsseldorf.

Eine Möglichkeit die Compliance zu verbessern, bieten Depotformulierungen. In einer multizentrischen, randomisierten, offenen Studie in Europa wurde jetzt über 2 Jahre der Einsatz des ersten atyischen Antipsychotikums in Depotform (Risperdal® Consta®) im direkten Vergleich gegen ein orales Atypikum (Quetiapin) untersucht [1]. Ziel der sogenannten CONSTATRE-Studie (Risperdal Consta Trial of Relapse Prevention and Effectiveness) war die Bestimmung der Rückfallrate sowie die Verträglichkeit nach Umstellung von Patienten, die an einer schizophrenen oder schizoaffektiven Störung litten. Die Gründe für die Umstellungen waren eine unzureichende Wirksamkeit der bisherigen Medikation, Nebenwirkungen oder der Wunsch des Patienten.

Innerhalb des Beobachtungszeitraums erlitten 17,5% der Patienten unter Risperidon in Depotform ein Rezidiv. Unter der Behandlung mit Quetiapin lag die Rezidivrate etwa doppelt so hoch - bei 31,3% (Hazard Ratio 2,154). Der Unterschied ist hochsignifikant (p < 0,0001). Im Durchschnitt blieben die Patienten unter Risperidon in Depotform 607 Tage rezidivfrei, unter dem oralen Atypikum Quetiapin nur 532 Tage (Abb. [1]).

Abb. 1 Kaplan-Meier-Survival-Kurve

Die Verträglichkeit beider Substanzen entspricht den bisherigen Erfahrungen. "Hier ist erstmals für das bisher einzig verfügbare atypische Depot gezeigt worden - ich denke anhand eines robusten Datensatzes über einen hinreichend langen Zeitraum von 2 Jahren -, dass mit einer konsequenten Applikation, wie sie eine Depotmedikation ermöglicht, eine weitere Reduzierung der Rückfallrate dieser Patienten möglich ist [...], sodass man davon ausgehen darf, dass die Konsequenz dieser Behandlung für die Therapie dieser Patienten einen deutlichen Fortschritt bedeutet", schloss Gaebel.

Dr. Katrin Wolf, Eitorf

Quelle: Pressekonferenz "CONSTATRE-Studie: Risperdal Consta überzeugt erneut" am 14. und 15. Mai 2008 in Kiel, veranstaltet von der Janssen-Cilag GmbH, Neuss

Literatur

  • 01 Medori R et al. Relapse Prevention And Effectiveness in Schizophrenia with Risperidone Long-acting Injectable (RLAI) Versus Quetiapine. Poster (NR4-094) präsentiert auf dem 161. Jahrestreffen der American Psychiatric Association (APA) am 6. Mai 2008 in Washington, DC. 
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