Z Orthop Unfall
DOI: 10.1055/a-2784-0755
Original Article

Abfallmanagement und Recycling von Wertstoffen im Operationssaal im Kontext der Nachhaltigkeit

Article in several languages: English | deutsch

Authors

  • Annika Steimeier

    1   Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland (Ringgold ID: RIN14903)
  • Nicole Feder

    1   Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland (Ringgold ID: RIN14903)
  • Oliver Birkelbach

    1   Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland (Ringgold ID: RIN14903)
  • Robert Mahlow

    1   Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland (Ringgold ID: RIN14903)
  • Ulrich Stöckle

    1   Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland (Ringgold ID: RIN14903)
  • Robert Karl Zahn

    1   Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland (Ringgold ID: RIN14903)

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Abfall- und Wertstoffentsorgung gehört zu den elementaren Bestandteilen der ökologischen Nachhaltigkeit. Der Gesundheitssektor produziert ca. 5 Mio. t Abfall pro Jahr, was etwa 5% der CO2-Emissionen entspricht. Ein wesentlicher Anteil entsteht in Krankenhäusern, bis zu 30% davon im Operationstrakt. Die Entsorgung des krankenhausspezifischen Abfalls geht mit hoher CO2-Emission einher. Dabei stellt ein großer Teil der Abfälle wertvolle Rohstoffe dar, die recycelt werden könnten.

Methodik

In dieser prospektiven Studie wurde die Abfallmenge in einem unfallchirurgischen Operationstrakt erhoben. Nach Analyse der herkömmlichen Entsorgung erfolgte nach Schulung die Abfalltrennung zwischen potenziell recycelbarem Wertstoffabfall und krankenhausspezifischem Abfall. Es wurden Volumen sowie Gewicht des Abfalls gemessen und statistisch ausgewertet.

Ergebnisse

Vor Mülltrennung betrug die Menge des krankenhausspezifischen Abfalls im Mittel 219,60 l (± 88,4 l) bzw. 6,65 kg (± 2,92 kg) pro Operation. Diese konnte durch die separate Entsorgung recycelbarer Wertstoffe um 15,44% des Gewichts (z = −4,11; p < 0,01) und 39,48% des Volumens (z = −2,59; p = 0,01) gesenkt werden.

Schlussfolgerung

Eine konsequente Mülltrennung des im Operationssaal anfallenden Abfalls ermöglicht die Einschleusung recycelbarer Wertstoffe in den Rohstoffkreislauf. Dies bewirkt eine signifikante Reduktion des krankenhausspezifischen Abfalls mit Verminderung der CO2-Emission. Es ist daher von großer Bedeutung, Klinikpersonal zu schulen und ein effektives Abfallmanagement in Operationssälen zu etablieren.



Publication History

Received: 14 October 2025

Accepted after revision: 08 January 2026

Article published online:
19 February 2026

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