Abstract
Mesalazine is the first-line treatment for mild-to-moderate ulcerative colitis (UC)
of any extent, as recommended by all major international and national guidelines.
Approximately 85% of UC cases are classified as mild-to-moderate, making mesalazine
a cornerstone therapy for the majority of patients. It rapidly induces clinical response
and clinical remission, sustains steroid-free clinical, endoscopic, and histologic
remission over the long term, and has a safety profile comparable to placebo. This
paper reviews the recommendations for mesalazine use in the German UC guideline and
provides practical advice (including do’s and don’ts) for their implementation in
daily clinical practice. Examples include explaining the expected timeline and nature
of the clinical response to mesalazine treatment; outlining the practical implications
of the dose-dependency of the drug’s therapeutic effect; and emphasizing the importance
of rectal mesalazine as the first-line treatment for proctitis. Additionally, we conducted
a systematic literature search to evaluate whether mesalazine should be continued
after escalation to biologics or small molecules. While no clear evidence of short-term
clinical benefit was found, there was also no evidence of harm. In light of the potential
long-term chemoprotective effect of mesalazine, continuation may be considered on
a case-by-case basis. Lastly, we provide an overview of the various mesalazine formulations
available in Germany, detailing how they are not interchangeable due to differences
in drug-release profiles, excipients, and dosing strengths. Understanding these differences
may help clinicians personalize treatment, improving adherence and clinical outcomes.
Zusammenfassung
Mesalazin wird in allen bedeutenden internationalen und nationalen Leitlinien als
Erstlinienbehandlung bei leicht- bis mäßiggradiger Colitis ulcerosa (CU) jeglicher
Ausdehnung empfohlen. Da ungefähr 85% der CU-Fälle als leicht bis mäßiggradig eingestuft
werden, stellt Mesalazin die Basistherapie für den Großteil der Patient/-innen dar.
Es führt rasch zu einem klinischen Ansprechen und einer klinischen Remission, erhält
langfristig eine steroidfreie klinische, endoskopische und histologische Remission
aufrecht und weist ein mit Placebo vergleichbares Sicherheitsprofil auf. In diesem
Artikel werden die Empfehlungen für die Anwendung von Mesalazin in der deutschen CU-Leitlinie
diskutiert und praktische Tipps (einschließlich Do’s und Don’ts) für deren Umsetzung
im klinischen Alltag gegeben. Beispiele hierfür sind eine Erläuterung der zu erwartenden
Dauer bis zum klinischen Ansprechen sowie des klinischen Verlaufs unter Mesalazin-Therapie,
die Darstellung der praktischen Implikationen der dosisabhängigen therapeutischen
Wirkung des Medikaments und die Betonung der wichtigen Rolle von rektalem Mesalazin
als Erstlinientherapie bei Proktitis. Darüber hinaus wurde eine systematische Literaturrecherche
durchgeführt, um zu bewerten, ob Mesalazin nach einer Eskalation auf Biologika oder
small molecules fortgesetzt werden sollte. Zwar konnte keine eindeutige Evidenz für
einen kurzfristigen klinischen Nutzen gefunden werden, jedoch auch keine Hinweise
auf einen Schaden. Vor dem Hintergrund der potenziellen langfristigen chemoprotektiven
Wirkung von Mesalazin kann eine Fortführung der Therapie im Einzelfall in Erwägung
gezogen werden. Abschließend wird ein Überblick über die verschiedenen in Deutschland
erhältlichen Mesalazin-Formulierungen gegeben und erläutert, warum sie aufgrund unterschiedlicher
Wirkstofffreisetzungsprofile, Hilfsstoffe und Dosierungsstärken nicht austauschbar
sind. Das Verständnis dieser Unterschiede kann Ärztinnen und Ärzte dabei helfen, die
Behandlung individuell anzupassen und so die Therapietreue und die klinischen Ergebnisse
zu verbessern.
Keywords 5-aminosalicylic acid - evidence-based practice - guidelines - mesalamine - mesalazine
- mild-to-moderate UC - ulcerative colitis
Schlüsselwörter Colitis ulcerosa - 5-Aminosalicylsäure - evidenzbasierte Praxis - Leitlinien - Mesalamin
- Mesalazin - leichte bis mäßiggradige Colitis ulcerosa - chronisch entzündliche Darmerkrankung