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DOI: 10.1055/a-2337-7185
Kommentar zu: Überlebensvorteil durch operative Versorgung proximaler Humerusfrakturen?
Zu den Stärken der Studie zählt die hohe Fallzahl von knapp 50000 Patienten/-innen. Es erscheint auf den ersten Blick überraschend, dass Patienten/-innen, die einer operativen Therapie zugeführt wurden, auch unabhängig von der Frakturmorphologie (2, 3, 4 Teile) einen Überlebensvorteil gegenüber der konservativen Gruppe zeigten. Insbesondere, da die Mortalität in der konservativ therapierten Gruppe z. T. doppelt so hoch ausfällt wie in den anderen Gruppen. Die konservativ therapierten Patienten/-innen waren jedoch signifikant älter, litten unter mehr Komorbiditäten und hatten einen höheren Frailty Score. Entsprechend lässt sich ein Selektionsbias aufgrund der patientenindividuellen Daten nicht ausschließen.
Die Autoren zeigen dennoch, dass Patienten/-innen insbesondere mit höhergradigen Frakturen zumindest im 1-Jahres-Intervall von einer operativen Therapie profitieren. Zwar kann die Entscheidung zum operativen Vorgehen nicht allein auf Grundlage der vorliegenden Daten getroffen werden, dennoch könnten diese in der Entscheidungsfindung bei grenzwertigen Indikationen Berücksichtigung finden.
Publication History
Article published online:
08 August 2024
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Georg Thieme Verlag KG
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