Geriatrie up2date 2024; 06(01): 21-33
DOI: 10.1055/a-2194-4202
Gynäkologie und Urologie

Urininkontinenz

Klaus Becher

Urin- und Stuhlinkontinenz nehmen mit dem Alter zu und reduzieren Alltagskompetenz und Lebensqualität. Sie werden oft nicht erkannt, da die Betroffenen ihre Beschwerden nicht äußern. Doch auch wenn die Diagnose gestellt wurde, bleibt die Versorgung oft unzureichend. Zielsetzung des Beitrags ist, Arten der Inkontinenz und deren Behandlungsmöglichkeiten für ein Höchstmaß an Kontinenz entsprechend den etablierten Kontinenzprofilen zu kennen.

Kernaussagen
  • Harninkontinenz wird häufig verschwiegen. Die Diagnose kann aber einfach durch ein Basis-Assessment erfasst werden.

  • Die Diagnostik bei älteren und multimorbiden Patienten ist eine Herausforderung in Bezug auf die Anamnese-Erhebung sowie die weitere Diagnostik und Planung eines individuellen Behandlungskonzeptes.

  • Die konservative Therapie besteht aus Verhaltensschulung, Anpassung der Umgebung, Hilfsmittelberatung sowie einer möglichen medikamentösen Therapie. Die Therapie unterscheidet sich nicht wesentlich von der Therapie jüngerer Erwachsener.

  • Die Nichtbehandlung hat unter Umständen erhebliche Folgen für die Alltagskompetenz und damit Lebensqualität. Urininkontinenz kann mit weiteren Folgeerkrankungen wie Stürzen, Depression und Infekten einhergehen.

  • Die medikamentöse Therapie ist vor allem bei einer Drangsymptomatik nach Ausschluss eines Infektes, Tumors oder einer anderen Obstruktion mit einem wenig zentral wirksamen Antimuskarinikum unter besonderer Beachtung von Nebenwirkungen möglich. Bei fehlender Wirkung kann auch durch einen β3-Agonisten behandelt werden.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
30. Januar 2024

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