Deutsche Heilpraktiker-Zeitschrift 2023; 18(08): 60-65
DOI: 10.1055/a-2115-8572
Praxis
Phytotherapie

Die Zauberpflanze – leicht verrückt und doch potent

Christine Baumann

Summary

Seit dem Altertum finden sich Belege für die medizinische Verwendung der Mistel. Die Idee, die Pflanze gezielt bei Krebserkrankungen einzusetzen, hatte zuerst Rudolf Steiner. Aufgrund seiner Äußerungen wurden Effekte ihrer Inhaltsstoffe auf das menschliche Immunsystem wie auf onkologische Geschehen hin erforscht und konnten sich in der Komplementärmedizin etablieren. Daneben ist die wohl bekannteste Wirkung der Mistel ihr ausgleichender Charakter auf den Blutdruck und die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems. Außerdem ist die Mistel ein sehr bewährtes Stressadaptogen, das die Patienten in eine innere Zentrierung führt, und ein ausgezeichnetes Mittel gegen Schlaflosigkeit. Die Wirkung der Mistel hat sich darüber hinaus in der Frauennaturheilkunde bewährt. Die beiden Fallbeispiele schildern jeweils den Einsatz der Mistel als Begleitung von Operationsnachsorge: die erfolgreiche Normalisierung von Bluthochdruck nach einer Gallen-OP und ein Konzept, das eine Endometriosepatientin mit Kinderwunsch unterstützt, schwanger zu werden und nach einer komplikationslosen Schwangerschaft ein Kind zur Welt zu bringen.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
08. Dezember 2023

© Karl F. Haug Verlag in Georg Thieme Verlag
KG

 
  • Literatur

  • 1 Pelikan W. Heilpflanzenkunde. Bd. 3. 4. Aufl. Dornach: Verl. am Goetheanum; 2004. Hier: S. 41 f..
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  • 9 Lonicerus A. Kreuterbuch. Reprint von 1679. München: Kölbl; 1962