Frauenheilkunde up2date 2023; 17(01): 45-63
DOI: 10.1055/a-1705-8839
Gynäkologische Onkologie

Brust- und gynäkologische Tumoren – medikamentöse Therapie ossärer Metastasen: Teil 1

Medikamentöse Behandlung akuter skelettaler Komplikationen
Katharina Sommer
,
Svenja Wulf
,
Julia Gallwas

Der Knochen stellt einen häufigen Metastasierungsort solider Tumoren dar. Knochenmetastasen treten insbesondere bei Karzinomen der Mamma, der Prostata, der Niere sowie der Lunge auf [1] und können starke Schmerzen sowie skelettbezogene Komplikationen verursachen, die zu einer erhöhten Mortalität und Morbidität sowie einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.

Kernaussagen
  • Eine ossäre Metastasierung kann mit der Entwicklung skelettaler Komplikationen (SREs) einhergehen, die pathologische Frakturen, ein spinales Kompressionssyndrom, eine Hyperkalzämie, Knochenschmerzen sowie die Notwendigkeit einer ossären Bestrahlung oder operativen Stabilisierung umfassen.

  • Die Behandlung einer akuten Kompressionssymptomatik sollte unmittelbar eingeleitet werden und umfasst je nach klinischem Zustand ein operatives und/oder strahlentherapeutisches Vorgehen.

  • Tumorinduzierte Knochenschmerzen können bei unzureichender Behandlung die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

  • Nach Erfragung und Erfassung der Schmerzsymptomatik sollte die passende analgetische Therapie anhand des WHO-Stufenschemas ausgewählt werden.

  • Bei der Anwendung von NSAR, Paracetamol und niedrigpotenten Opioiden ist deren limitierte Datenlage im Rahmen der Behandlung tumorinduzierter Schmerzen zu beachten.

  • Hochpotente Opioide sind ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung starker tumorinduzierter Schmerzen.

  • Zudem stellt die Radiotherapie eine wichtige und effektive Therapieoption dar und kann zu einer deutlichen Schmerzlinderung führen.

  • Bisphosphonate und Denosumab sollten nicht als alleinige analgetische Therapie angewendet werden.

  • Eine tumorinduzierte Hyperkalzämie kann sehr variable Symptome verursachen, deren Schwere von der Höhe des Kalziumspiegels sowie von der Schnelligkeit des Anstiegs abhängt. Lebensbedrohliche Folgen können Dehydratation, akute Niereninsuffizienz, Herzrhythmusstörungen sowie Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma sein. Essenziell ist die Einleitung einer tumorspezifischen Therapie, ergänzend kann die Einleitung supportiver Maßnahmen notwendig sein.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
13. Februar 2023

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