Gesundheitsökonomie & Qualitätsmanagement 2021; 26(05): 244-245
DOI: 10.1055/a-1640-5243
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BARMER-Krankenhausreport – Anhaltend hohe Klinikinfektionen während Pandemie

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Anstieg der Krankenhausinfektionen nach Pandemiebeginn. Anteil der stationären Patientinnen und Patienten mit Krankenhausinfektionen in den Jahren 2017 bis 2020 in Prozent (Daten nach BARMER).

Jedes Jahr erwerben bis zu 600 000 Patientinnen und Patienten in deutschen Krankenhäusern eine sogenannte nosokomiale Infektion. Bis zu 15 000 Betroffene sterben an einer solchen Krankenhausinfektion. Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich diese Situation verschärft. Bis Ende des Jahres 2020 gab es deutschlandweit etwa 34 000 zusätzlich Infizierte und bis zu 1.300 weitere Todesfälle aufgrund einer nosokomialen Infektion. Das geht aus dem neuen BARMER-Krankenhausreport hervor, der am 08.09.2021 in Berlin vorgestellt wurde. „Auf den ersten Blick mag es überraschen, dass die Zahl der nosokomialen Infektionen während der Pandemie und den damit verbundenen strengen Hygienevorschriften zugenommen hat. Doch gerade während der ersten Welle lagen vor allem ältere Menschen auf den Stationen, die deutlich anfälliger für Infektionen sind. Hinzu kommt die hohe Arbeitsbelastung für das Klinikpersonal, dem es besonders in der ersten Welle mitunter auch an Schutzausrüstung mangelte“, sagte der BARMER-Vorstandsvorsitzende, Prof. Dr. med. Christoph Straub. Aufgrund der anhaltenden Brisanz müsse das Thema Krankenhaushygiene ein nationales Gesundheitsziel werden. Ausgangspunkt zur Bekämpfung des Problems sei zunächst aber die Schaffung einer sehr guten Datengrundlage.



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Artikel online veröffentlicht:
14. Oktober 2021

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