Gastroenterologie up2date 2021; 17(03): 273-286
DOI: 10.1055/a-1510-6960
Ösophagus/Magen/Duodenum

Die gastroduodenale Ulkuserkrankung

Robert Jänsch
,
Alexander Link

Trotz fallender Inzidenz in den letzten Jahrzehnten bleibt die gastroduodenale Ulkuserkrankung ein Krankheitsbild mit relevanter Morbidität. Insbesondere Komplikationen sind häufig, und mitunter führen auch erst diese zur Vorstellung der Patienten beim Arzt. In aller Regel lässt sich die Ulkuserkrankung gut diagnostizieren und auch adäquat behandeln. Da die Abheilung der Ulzerationen mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann, mitunter Verlaufskontrollen notwendig sind und es bei fehlender Adhärenz an die Langzeittherapie zu Rezidiven kommen kann, ist ein klares Schema zur Nachsorge im Anschluss an die Akutsituation unabdingbar.

Kernaussagen
  • Trotz fallender Inzidenz in den letzten Jahrzehnten bleibt die gastroduodenale Ulkuskrankheit ein relevanter Faktor für Morbidität und Mortalität.

  • Die gastroduodenale Ulkuserkrankung ist häufig asymptomatisch, und ein klinisches Erscheinen manifestiert sich erst durch die teils lebensbedrohlichen Komplikationen.

  • Kenntnisse der Epidemiologie und ätiologischen Faktoren sind kritisch sowohl für das Management als auch für die primäre und sekundäre Prävention.

  • Neben den iatrogenen Noxen wie NSAID stellt die H.-pylori-Infektion unverändert einen der wichtigsten abzuklärenden ätiologischen Faktoren dar, wobei sich die genannten Faktoren gegenseitig potenzieren.

  • Die Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) ist Goldstandard in der Diagnostik für Ulkuserkrankungen, jedoch im klinischen Alltag eher den Patienten mit kompliziertem Verlauf vorbehalten.

  • Eine maligne Genese eines Ulcus ventriculi soll endoskopisch und histologisch ausgeschlossen werden.

  • Die PPI-Therapie ist der Goldstandard für die Behandlung von gastroduodenalen Ulzera, kann jedoch die Diagnose bzw. Ätiologie verschleiern.

  • Die Testmethoden zum direkten Nachweis einer H.-pylori-Infektion sollen möglichst vor Beginn einer PPI-Therapie initiiert werden, jedoch auch die indirekte serologische Testung stellt eine wichtige diagnostische Methode dar.

  • Allen Patienten mit gesicherter H.-pylori-Infektion sollte eine Eradikationstherapie angeboten werden, wobei in der Kenntnis der Dynamik der Antibiotikaresistenz in Deutschland und Europa die Bismut-basierte Quadrupletherapie die Therapie der Wahl ist.

  • Es ist „Standard of Care“, die Ursache einer Ulkuserkrankung abzuklären und entsprechende Schritte zur Prävention von Ulkuserkrankung vor allem bei Patienten mit Risikofaktoren präventiv einzuleiten.



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Publication Date:
04 October 2021 (online)

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