Pneumologie 2021; 75(08): 583-591
DOI: 10.1055/a-1481-0037
Original Paper

Social Media Use in COPD Patients in Germany and Switzerland

Nutzung sozialer Medien von COPD-Patienten in Deutschland und der Schweiz
Markus Heimel
1  Pforzheim University, School of Engineering, Pforzheim, Germany
,
Hamida Jat
1  Pforzheim University, School of Engineering, Pforzheim, Germany
,
Sarah Basch
1  Pforzheim University, School of Engineering, Pforzheim, Germany
,
Florian S. Gutzwiller
2  Basel, Switzerland
,
Volker Biehl
1  Pforzheim University, School of Engineering, Pforzheim, Germany
,
Jörg H. Eckert
1  Pforzheim University, School of Engineering, Pforzheim, Germany
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Abstract

Use of social media and the Internet has changed the information-seeking behaviour and exchange of experience and information by patients. Passive observation of such online interaction between patients (social media listening) is conducted in order to understand the burden of the disease, symptom perception, and expectations from a patient perspective. For most conditions, it remains to be established how representative the social media user community is for the overall patient population. In this study, we describe internet and social media use in a population of 570 COPD patients from Germany and Switzerland. This study population is a good representation of the overall patient population in Germany and Switzerland with regards to socioeconomic data. Patients were analyzed in an exploratory fashion whether usage of the Internet to obtain disease-specific information and exchanging on COPD via social media is associated with or is independent from certain socioeconomic criteria. About three-fourths of patients indicated using the Internet to search information about COPD and about a third of patients indicated using social media to exchange with others about their disease. Results indicated that among the patients using the Internet to seek information and among those sharing information via social media, patients with very severe COPD (GOLD stage 4) were overrepresented versus milder forms of the disease. Similarly, patients with more advanced educational background were also overrepresented in the groups using social media and Internet in relation to COPD. Differences in mean age were statistically significant, but surprisingly small between social media users and non-users. No relationship with regards to social media and Internet use for COPD were observed for domiciling situation and sex.

Zusammenfassung

Die Nutzung der sozialen Medien und des Internets hat die Informationsbeschaffung ebenso wie die Art und Weise, in der Patienten ihre Erfahrungen und Informationen austauschen, deutlich verändert. Die passive Beobachtung solcher Online-Interaktionen zwischen Patienten, das sog. „Social Media Listening“, soll Erkenntnisse über die Belastung durch die Erkrankung im Allgemeinen, die Wahrnehmung der Symptome und die Erwartungen aus Sicht des Patienten gewinnen. Für viele Erkrankungen ist jedoch nicht bekannt, in wieweit die Nutzergruppe sozialer Medien für die gesamte Patientenpopulation repräsentativ ist. Für die vorliegende Studie wurden 570 COPD-Patienten aus Deutschland und der Schweiz befragt. Die Studienpopulation war in Bezug auf die sozioökonomischen Daten repräsentativ für die Gesamtheit der COPD-Patienten in beiden Ländern. Das Nutzungsverhalten der Patienten in Bezug auf die Gewinnung von krankheitsbezogenen Informationen aus dem Internet und den Austausch bez. COPD über die sozialen Medien wurde exploratorisch daraufhin untersucht, ob Zusammenhänge zu sozioökonomischen Kriterien bestehen. Etwa drei Viertel der Patienten gaben an, Informationen über COPD aus dem Internet zu suchen, während etwa ein Drittel angab, sich über die sozialen Medien mit anderen über ihre Krankheit auszutauschen.

Unter den Patienten, die das Internet zur Informationsgewinnung über COPD nutzen und unter denen, die soziale Medien zum Austausch über COPD nutzen, sind Patienten mit sehr schwerer Beeinträchtigung des Atemflusses (GOLD Stadium 4) überrepräsentiert verglichen mit milderen Stadien. Ebenso waren Patienten mit höherem Bildungsabschluss in beiden Nutzergruppen überrepräsentiert. Auch wurden statistisch signifikante Unterschiede im Durchschnittsalter zwischen den Nutzern und Nicht-Nutzern von Internet und sozialen Medien beobachtet, doch waren diese v. a. zwischen den Nutzern und Nicht-Nutzern sozialer Medien überraschend klein. Demgegenüber wurde kein Zusammenhang zwischen dem Nutzungsverhalten und dem Geschlecht oder dem Wohnort beobachtet. Die Studie überschätzt möglicherweise aufgrund der teilweisen Rekrutierung über ein Online-Angebot den Anteil der Internet-Nutzer etwas, was aber auf die o. g. Ergebnisse der Überrepräsentation von GOLD 4 und höherem Bildungsniveau keinen Einfluss hat. Die vorliegende Untersuchung sollte den Auftakt für weitere Studien bilden. Diese könnten sowohl den Einfluss der COVID-19-Pandemie auf das Informationsverhalten von COPD-Patienten untersuchen als auch durch qualitative Analysen der Bedürfnisse von COPD-Patienten in Bezug auf digitale Angebote zur Entwicklung von subgruppengerechten Informations- und Selbstmanagement-Hilfen beitragen.



Publikationsverlauf

Eingereicht: 18. Dezember 2020

Angenommen: 12. April 2021

Publikationsdatum:
07. Mai 2021 (online)

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