CC BY-NC-ND 4.0 · Geburtshilfe Frauenheilkd 2021; 81(12): 1348-1353
DOI: 10.1055/a-1429-2742
GebFra Science
Review/Übersicht

Betreuung von Frauen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) in der Schwangerschaft

Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft für Geburtshilfe und Pränatalmedizin in der DGGGArticle in several languages: English | deutsch
Markus Schmidt
1   Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Sanakliniken Duisburg, Duisburg, Germany
,
Maritta Kühnert
2   Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Marburg, Marburg, Germany
,
Bettina Kuschel
3   Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München, Germany
,
Sven Kehl
4   Frauenklinik, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, Germany
,
Ute Margaretha Schäfer-Graf
5   Berliner Diabeteszentrum für Schwangere, St. Joseph Krankenhaus Berlin, Berlin, Germany
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Zusammenfassung

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) weisen eine hohe Inzidenz im reproduktionsfähigen Alter auf. Eine CED führt typischerweise nicht zu einer beeinträchtigten Fertilität, dennoch ist die Rate an Frauen mit Kindern aufgrund einer selbstauferlegten Kinderlosigkeit geringer als in der Gesamtpopulation. Ergebnisoffen zu informieren und ggfs. unbegründete Ängste abzubauen, sollte daher ein wesentlicher Bestandteil der präkonzeptionellen Beratung sein. Die gängigen Medikamente mit Ausnahme von Methotrexat können und sollen in der Schwangerschaft fortgeführt werden. Tritt die Schwangerschaft in einer inaktiven Krankheitsphase ein, so ist prinzipiell nicht mit einer erhöhten Komplikationsrate in der Schwangerschaft zu rechnen. Dennoch gelten Frauen mit CED als Risikoschwangere. Es sollte in jedem Fall ein Organscreening nach DEGUM-II-Kriterien erfolgen sowie auf die evtl. Entwicklung einer Plazentainsuffizienz geachtet werden. Ein möglicher Schub in der Schwangerschaft sollte konsequent therapiert werden. Beim Fehlen einer perianalen Manifestation kann eine vaginale Entbindung angestrebt werden, dennoch ist eine individuelle Risikoabwägung erforderlich.



Publication History

Received: 28 February 2021

Accepted after revision: 10 March 2021

Publication Date:
08 December 2021 (online)

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