Pneumologie 2021; 75(09): 657-664
DOI: 10.1055/a-1416-2188
Historisches Kaleidoskop

Die Radiotherapie der Lungentuberkulose[*]

Ein heute vergessenes Experiment auf unsicherem GrundRadiotherapy of Pulmonary TuberculosisAn Experiment Based on Unsafe Fundament, Forgotten Today
U. Aumann
St. Walburga Krankenhaus Meschede
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Einleitung

Vor dem Sieg der Chemotherapie über das krankmachende Mykobakterium gab es als wirksame Methode, schwere Formen der Lungentuberkulose zu behandeln, eigentlich nur die komplikationsreichen Methoden der Kollapstherapie. Scheinbar ungefährlicher und weniger aufwändig erschien die Anwendung von Röntgenstrahlen, mit denen bereits kurz nach ihrer Entdeckung (1895) Hauterkrankungen und v. a. Entzündungsherde auf des Körpers Oberfläche und in seinem Innern erfolgreich therapiert wurden. Was lag also näher als der Versuch, auch die tuberkulösen Infiltrate und ihre Hohlräume (Kavernen) zu bestrahlen?

An die Möglichkeit, die von Tuberkulose befallenen Herde mit Röntgenstrahlen narbig zu umschließen und zum Einschrumpfen zu bringen, vielleicht auch die sehr widerstandsfähigen Bakterien in ihnen direkt zu schädigen, war bereits Ende des 19. Jahrhunderts gedacht worden [1] [2] [3] [4].

* Diese Publikation enthält Teile des Kapitels 8 meiner Buchveröffentlichung „Übergangszeit in der Therapie der Lungentuberkulose. Tasten und Suchen in der prä-chemotherapeutischen Ära“. Münster: 2019; Agenda Verlag [1].

* Dr. Horst Berster, ehemals Chefarzt der Radiologie in Meschede, in Freundschaft zugeeignet.




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Publication Date:
04 May 2021 (online)

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