Erfahrungsheilkunde 2021; 70(02): 114-116
DOI: 10.1055/a-1336-8473
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Pädiatrie: Fischöl könnte Asthma verhindern

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Kinder, die aufgrund einer Genvariante nur eingeschränkt ungesättigte Fettsäuren bilden können, hatten ein erhöhtes Risiko, an Asthma zu erkranken, wenn sie zu wenig Omega-3-Fettsäuren über die Ernährung zu sich nahmen. Das ist das Ergebnis von 2 prospektiven Kohortenstudien. Die Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC) hat 4542 Kinder seit der Schwangerschaft ihrer Mütter begleitet; davon hatten 2025 Kinder die Genvariante rs1535. Ein Team um Seif Shaheen von der Queen Mary University of London hat herausgefunden, dass diese Kinder im Alter von 11 bis 14 Jahren häufiger an Asthma erkrankt waren, wenn sie im Alter von 7 Jahren selten Fisch gegessen haben.

Shaheen et al. ermittelten für die Kinder mit der höchsten Aufnahme von Eicosapentaensäure (EPA) und Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) mit der Ernährung eine Odds Ratio von 0,49 mit einem 95 %-Konfidenzintervall von 0,31–0,79. Sie waren demnach nur halb so häufig erkrankt wie die Kinder im unteren Viertel der Aufnahme von EPA und DHA. Für Kinder ohne die Variante rs1535 wurde keine Assoziation gefunden; hier konnte der Stoffwechsel mehr EPA und DHA selbst produzieren.

Die Studie weist damit auf eine möglicherweise wichtige Ursache von Asthma-Erkrankungen im Kindesalter hin.

www.aerzteblatt.de 29.1.2021

Weitere Informationen

Talaei M, Sdona E, Calder PC, et al. Intake of n-3 polyunsaturated fatty acids in childhood, FADS genotype, and incident asthma. European Respiratory Journal 2021; doi: 10.1183/13993003.03633–2020



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Publication Date:
14 April 2021 (online)

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