ZWR - Das Deutsche Zahnärzteblatt 2020; 129(11): 551-563
DOI: 10.1055/a-1277-2646
Fortbildung
Prothetik

Oberflächengüte von CAD/CAM-gefrästen Implantatstegen aus Titan und Kobalt-Chrom

Peter Gehrke
,
Carsten Fischer
,
Kai Schmenger
,
Jochen Dinkel
,
Octavio Weinhold
,
Günter Dhom

Die Fixierung von implantatgetragenem Zahnersatz auf CAD/CAM-gefertigten Stegen findet zunehmend Anwendung in der Implantatprothetik. Sowohl funktionelle als auch biologische Gesichtspunkte entscheiden über den Erfolg einer solchen Versorgung. Aus biologischer Sicht ist, wie bei Abutments und einteiligen Implantaten, der transmukosale Anteil des Stegs von besonderem Interesse, da er idealerweise die Anhaftung von Weichgewebe unterstützt, jedoch die mechanische Plaqueanlagerung minimiert. Funktionelle Stege sollten einen spannungsfreien Sitz und optimale Retentionseigenschaften besitzen. Beide Aspekte korrelieren direkt mit den Materialeigenschaften dieser Suprakonstruktionen. Trotz ihrer vermehrten klinischen Verwendung sind derzeit nur wenige Informationen über ihre Oberflächentopografie verfügbar. Der vorliegende Beitrag erläutert die Möglichkeiten zur Herstellung von CAD/CAM-generierten Implantatstegen und zeigt die aktuellen Ergebnisse zur Oberflächenrauheit und Charakterisierung dieser Suprakonstruktionen.

Kernaussagen
  • Unterschiede der Makro- und Mikrogeometrie CAD/CAM-gefräster Stege unterschiedlicher Hersteller geben initiale Hinweise auf deren mögliches Verhalten in vivo sowie über die zugrunde liegenden Produktions- und Fräsabläufe.

  • Sa-Rauheitswerte im transmukosalen Stegbereich von Sa 0,2 – 0,4 µm bieten optimale Voraussetzungen für die dichte Anlagerung des periimplantären Weichgewebes, ohne vermehrte Bakterien- und Plaqueanlagerung.

  • Je nach Hersteller müssen einige CAD/CAM-Stege zur Einhaltung dieses kritischen Grenzwertes manuell nachbearbeitet und/oder poliert werden.

  • Klinische Studien unter Zuhilfenahme profilometrischer Daten könnten helfen, die Oberflächenqualität CAD/CAM-gefertigter Stege weiter zu verbessern sowie notwendige manuelle Nachbearbeitungszeiten und den damit verbundenen Aufwand zu reduzieren.

  • Eindeutige Grenzwerte zur klinischen Akzeptanz und Nomenklatur von transmukosalen CAD/CAM-generierten Oberflächen sind wünschenswert.



Publication History

Article published online:
19 November 2020

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