Radiologie up2date 2021; 21(01): 19-33
DOI: 10.1055/a-1256-0464
Brustbildgebung/Mammografie

Komplikationen von Implantaten der weiblichen Brust in der MRT

Complications of Breast Implants in MRI
Uwe Fischer
,
Hafiez Said

Zusammenfassung

Bei Brustimplantaten unterscheidet man frühe postoperative (Nachblutung, Wundinfektion und Heilungsstörung) von späteren (Rotation, Hernierung, Kapsulitis, Kapselfibrose) und sehr späten Komplikationen (Gelbluten, intra- und extrakapsuläre Ruptur). Unabhängig davon können externe Kräfte in jeder Phase zu einer Ruptur des Implantates führen. Der MRT kommt beim Nachweis aller Veränderungen und Komplikationen eine besondere Bedeutung zu.

Abstract

In the diagnostics of breast implants, early postoperative changes were differentiated from complications that occur later. Postoperative complications apply to secondary haemorrhage, infection or delayed healing. These changes are typically diagnosed by clinical and/or ultrasound examination. Later complications can be separated in rotation, herniation, and inflammation or fibrosis of the capsula (preferred within the first years after implantation), and gel bleeding, and intra- or extracapsular rupture typically many years after implantation. Moreover, an implant can be ruptured due to external force effects associated with an extension of extracapsular silicone (siliconoma, granuloma). MRI is preferred to demonstrate such changes and complications of breast implants.

Kernaussagen
  • Implantationen haben eine plastisch-ästhetische Zielsetzung oder sollen die normalen anatomischen Verhältnisse nach onkologischer Brustdrüsen(teil)entfernung wiederherstellen.

  • In der MRT-Implantatdiagnostik kann man i. d. R. auf die intravenöse Kontrastmittelgabe verzichten. Spezielle Sequenzen erlauben eine selektive Beurteilung der unterschiedlichen Komponenten eines Implantates (z. B. Silikon, Kochsalz).

  • Mit IR-Sequenzen ist eine gezielte Darstellung der Silikonkomponente möglich. Die Resonanzfrequenz des Silikons liegt etwa 100 Hz niedriger als die von Fett und etwa 320 Hz niedriger als die von Wasser.

  • Implantate enthalten heute meist ein Lumen (früher waren Doppellumenimplantate üblich); sie werden i. d. R. submuskulär eingesetzt.

  • Radiäre Implantateinfaltungen („radial folds“) und schmale Flüssigkeitsansammlungen zwischen Hülle und Kapsel gelten als Normalbefunde.

  • Bei Kapselfibrosen, Gelbluten, intra- und extrakapsulären Rupturen sowie Komplettrupturen besteht in aller Regel die Indikation zur Implantatentfernung bzw. zum Implantatwechsel.



Publication History

Publication Date:
02 March 2021 (online)

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