PSYCH up2date 2021; 15(05): 435-447
DOI: 10.1055/a-1240-1548
Störungsübergreifende Themen und Methoden

Der Einsatz gedächtnisunterstützender Strategien in der Kognitiven Verhaltenstherapie

Michael Marwitz

Nach den Ergebnissen von Studien vergessen viele der Patienten im Anschluss an Psychotherapiesitzungen bis zu 70 % der relevanten Inhalte. Häufig berichten Patienten auch von Inhalten, die in den Sitzungen gar nicht besprochen wurden. Mittels gedächtnisunterstützender Strategien (engl. Memory Support Strategies) sollen Patienten darin unterstützt werden, sich bedeutsame Therapieinhalte zu merken und sich an diese zu erinnern.

Kernaussagen
  • Patienten vergessen zu einem Großteil die in den Therapiesitzungen erarbeiteten Inhalte wieder.

  • Die Anzahl der erinnerten Therapieinhalte korreliert mit der Adhärenz der Patienten zum Therapieverfahren und die verbesserte Adhärenz mit dem Behandlungsergebnis.

  • Gedächtnisunterstützende Strategien seitens des Therapeuten können die Merkfähigkeit des Patienten für relevante therapeutische Inhalte (STI) verbessern.

  • Von den 8 vorgestellten gedächtnisunterstützenden Strategien eignen sich insbesondere die „konstruktiven“ Strategien, um die Informationsverarbeitung der Patienten zu fördern.

  • Besonders effektiv ist es in der Praxis, mehrere Strategien zu bündeln.

  • Therapeuten sollten ihre Patienten im Verlauf der Sitzungen zur konsensuellen Markierung von STI auffordern.

  • Das Erlernen und die Anwendung der gedächtnisunterstützenden Strategien ist auch im Selbststudium möglich.

  • Es ist plausibel davon auszugehen, dass die Wirksamkeit einer Psychotherapie durch den Einsatz der Strategien erhöht werden kann.



Publication History

Article published online:
16 September 2021

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