Rofo
DOI: 10.1055/a-1238-2925
Abdomen

Standortübergreifende Standardisierung von Untersuchungsprotokollen – eine Pilotstudie im Rahmen des Comprehensive Cancer Centers Niedersachen

Article in several languages: English | deutsch
Inka Römermann
1  Department of Diagnostic and Interventional Radiology, Hannover Medical School, Hannover, Germany
,
Omar Al-Bourini
2  Institute for Diagnostic and Interventional Radiology, University Medical Center Göttingen, Göttingen, Germany
,
Ali Seif Amir Hosseini
2  Institute for Diagnostic and Interventional Radiology, University Medical Center Göttingen, Göttingen, Germany
,
Jan B. Hinrichs
1  Department of Diagnostic and Interventional Radiology, Hannover Medical School, Hannover, Germany
,
Frank K. Wacker
1  Department of Diagnostic and Interventional Radiology, Hannover Medical School, Hannover, Germany
,
Joachim Lotz
2  Institute for Diagnostic and Interventional Radiology, University Medical Center Göttingen, Göttingen, Germany
,
Kristina I. Ringe
1  Department of Diagnostic and Interventional Radiology, Hannover Medical School, Hannover, Germany
› Author Affiliations

Zusammenfassung

Ziel Standortübergreifende Etablierung von standardisierten Untersuchungsprotokollen für die Bildgebung von primären Leber- und Pankreastumoren in der CT und MRT in einem onkologischen Zentrum.

Material und Methoden Diese biinstitutionelle prospektive Beobachtungsstudie wurde durch die Ethikkommission der beteiligten Institute genehmigt. Minimalanforderungen (Phasen, Sequenzen, Schichtdicke) für die CT- und MRT-Bildgebung von primären Leber- und Pankreastumoren wurden definiert und in den Instituten implementiert. Im Zeitraum von 06/19 bis 08/19 wurden an beiden Standorten die institutionsinternen Datensätze von Patienten mit entsprechender klinischer Fragestellung im Hinblick auf Einhaltung definierter Protokolle und Bildqualität ausgewertet. Zusätzlich erfolgte die Begutachtung von externen Untersuchungen, welche im selben Zeitraum im Rahmen interdisziplinärer Tumorkonferenzen demonstriert wurden. Die Ergebnisse wurden mittels deskriptiver Statistik ausgewertet und Unterschiede zwischen den Instituten, Modalitäten und Organen mittels Fisher-exakt-Test erfasst (p < 0,05 signifikant).

Ergebnisse Insgesamt wurden 480 Datensätze (397 interne, 83 externe) in die Studie eingeschlossen und ausgewertet. Die Einhaltung der definierten Protokolle für die internen Untersuchungen lag übergreifend an beiden Instituten bei 93,5 % (371/397 Datensätze), ohne signifikanten Unterschied zwischen den beiden Instituten (p = 0,0615). Die externen Untersuchungen erfüllten in 48,2 % (40/83 Datensätze) die Minimalanforderungen. Zentrumsintern waren signifikante Unterschiede zwischen CT-Untersuchungen der Leber und des Pankreas nachweisbar (p < 0,05) sowie zwischen Untersuchungen des Pankreas in der CT und MRT (p < 0,05).

Schlussfolgerung Eine institutionsübergreifende Standardisierung von Untersuchungsprotokollen ist möglich, wie in diesem Pilotprojekt gezeigt werden konnte, mit der Einhaltung definierter Protokolle in über 90 %. Untersuchungsstandards können als Qualitätsindikator für die onkologische Bildgebung dienen und perspektivisch die zentrumsübergreifende Patientenversorgung verbessern.

Kernaussagen:

  • Eine standortübergreifende Standardisierung von Untersuchungsprotokollen ist mit hoher Protokoll-Einhaltungsrate möglich.

  • Untersuchungsstandards können als Qualitätsindikator für die onkologische Bildgebung dienen.

  • Perspektivisch kann die zentrumsübergreifende Patientenversorgung verbessert werden.

Zitierweise

  • Römermann I, Al-Bourini O, Seif Amir Hosseini A et al. Cross-insitutional standardization of imaging protocols – A pilot study within the scope of the Comprehensive Cancer Center Lower Saxony. Fortschr Röntgenstr 2020; DOI: 10.1055/a-1238-2925



Publication History

Received: 14 April 2020

Accepted: 03 August 2020

Publication Date:
03 September 2020 (online)

© Georg Thieme Verlag KG
Stuttgart · New York