Rofo
DOI: 10.1055/a-1214-6951
The Interesting Case

Vollbild eines abdominellen Kompartments bei rupturiertem Bauchaortenaneurysma

Benedikt Haggenmüller
Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Ulm, Germany
,
Christopher Kloth
Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Ulm, Germany
,
Stefan Andreas Schmidt
Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Ulm, Germany
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Einleitung

Das abdominelle Kompartmentsyndrom ist definiert als eine intraabdominelle Druckerhöhung über 20 mmHg (Normaldruck 5 mmHg) (Engelhardt M. Unfallchirurg 2001; 104: 99–100). Unterschieden werden können dabei primäre abdominelle Kompartmentsyndrome durch ein akutes Krankheitsgeschehen (z. B. Ileus, abdominelle Blutung, Pankreatitis, Bauchtraumata) von sekundären Ursachen nach iatrogener Bauchdeckeneröffnung und Wiederverschließung (Engelhardt M. Unfallchirurg 2001; 104: 99–100, Bouveresse S et al. Eur Radiol 2019; 29: 3839–3846). Durch die Druckerhöhung können abdominelle Blutgefäße komprimiert und dadurch die Organdurchblutung von Abdominalorganen eingeschränkt oder gar komplett aufgehoben werden; besonders anfällig dafür sind die Nieren mit Zeichen der Oligurie und die intestinalen Darmstrukturen mit Zeichen der mesenterialen Ischämie.

In der Regel ist eine rasche chirurgische Therapiezuführung mit druckentlastender Laparotomie erforderlich. Bei protrahierter Diagnose bzw. Therapie können die Folgen für den Patienten schwerwiegend oder tödlich sein.



Publication History

Publication Date:
03 September 2020 (online)

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