Rofo
DOI: 10.1055/a-1212-5915
Abdomen

LI-RADS im Jahr 2020 – Nutzt du es schon oder überlegst du noch?

Article in several languages: English | deutsch
Kristina Imeen Ringe
1  Department of Diagnostic and Interventional Radiology, Hannover Medical School, Hannover, Germany
,
Anne Gut
2  Department of Diagnostic and Interventional Radiology, Hospital Brandenburg, Germany
,
Lars Grenacher
3  Imaging and Prevention Center, Conradia Radiology Munich, Germany
,
Markus Juchems
4  Diagnostic and Interventional Radiology, Hospital Konstanz, Germany
,
Guido Kukuk
5  Department of Radiology, Hospital Graubünden, Chur, Switzerland
,
Johannes Wessling
6  Department of Radiology, Clemenshospital GmbH Münster, Germany
,
Andreas G. Schreyer
7  Institute for Diagnostic and Interventional Radiology, Brandenburg Medical School Theodor Fontane, Brandenburg a. d. Havel, Germany
› Author Affiliations

Zusammenfassung

Ziel In einer bundesweiten Online-Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Gastrointestinal- und Abdominaldiagnostik der Deutschen Röntgengesellschaft erfolgte eine aktuelle Standorterhebung im Hinblick auf die Bekanntheit und Nutzung der LI-RADS (Liver Imaging Reporting and Data System)-Klassifikation bei der Beurteilung von Leberläsionen im Risikokollektiv.

Material und Methoden Über die Internetseite www.deutsches-krankenhausverzeichnis.de wurde eine Liste von Krankenhäusern generiert, welche die Kriterien Innere Medizin, Gastroenterologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie und Radiologie erfüllten (n = 391). Per Zufall wurden 102 Chefärzte der entsprechenden Abteilungen kontaktiert mit der Bitte, jeweils einen Fach- bzw. Oberarzt sowie einen Weiterbildungsassistenten zwecks Kontaktaufnahme und Teilnahme an der Umfrage zu benennen. Den insgesamt 177 eingeladenen Teilnehmern wurde mithilfe des SurveyMonkey© Webtools eine Online-Umfrage mit 17 Fragen zum Thema LI-RADS und einer Bearbeitungszeit von etwa 10 Minuten zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse der Umfrage wurden mittels deskriptiver Statistik ausgewertet.

Ergebnisse Insgesamt beantworteten 77 Teilnehmer den Fragebogen, entsprechend einer Rücklaufquote von 43,5 %. Bei den Teilnehmern handelte es sich zu 47 % um Radiologen, zu 30 % um Chirurgen und zu 23 % um Internisten, der überwiegende Anteil mit mehr als 13 Jahren Berufserfahrung (37,2 %). Die Mehrheit der Teilnehmer arbeitete an einem Krankenhaus mit Schwerpunktversorgung (37,2 %) oder einem Universitätsklinikum (29,1 %). Auch wenn die Mehrheit der Teilnehmer (73,2 %) LI-RADS kennt bzw. schon einmal davon gehört hat, so wird LI-RADS lediglich von der Minderheit selbst (26 %) bzw. im Rahmen von Tumorkonferenzen (19,2 %) verwendet.

Schlussfolgerung Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die LI-RADS-Klassifikation zwar relativ bekannt ist, aber nur vereinzelt genutzt wird. Dies steht im Gegensatz zu dem allgemeinen Wunsch und Bestreben nach mehr standardisierter Befundung in der Radiologie.

Kernaussagen

  • Die Anwendung der LI-RADS-Klassifikation hat sich im deutschsprachigen Raum noch nicht durchgesetzt.

  • Es besteht eine Diskrepanz zwischen dem Wunsch bzw. Bestreben nach mehr standardisierter Befundung und der tatsächlichen Anwendung genau dieser.

  • Interdisziplinäre Fortbildungen können helfen, die Verbreitung und Anwendung der LI-RADS-Klassifikation zu verbessern.

Zitierweise

  • Ringe KI, Gut A, Grenacher L et al. LI-RADS in the year 2020 – Are you already using it or still considering? Fortschr Röntgenstr 2020; DOI: 10.1055/a-1212-5915



Publication History

Received: 12 March 2020

Accepted: 21 June 2020

Publication Date:
20 July 2020 (online)

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