Neuroradiologie Scan 2020; 10(03): 189-190
DOI: 10.1055/a-1207-8351
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Sprachstörungen bei Patienten mit Temporallappenepilepsie

Ungefähr ein Drittel aller Patienten mit Temporallappenepilepsie (TLE) leiden unter Sprachstörungen, die nach einer epilepsiechirurgischen Behandlung noch weiter fortschreiten können. Um das Sprachnetzwerk bei Epileptikern besser zu verstehen, führten Fösleitner und ihre Kollegen an der Universität Wien funktionelle MRT-Untersuchungen (fMRT) und funktionelle Konnektivitätsanalysen (FC) bei 101 Patienten mit TLE und 22 gesunden Probanden durch.

Fazit

Die Autoren empfehlen, die standardmäßigen fMRT-Untersuchungen mit der FC zu kombinieren, denn letztere liefert eine umfassendere und globalere Sichtweise auf die Sprachverarbeitung. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie unterstreichen die Notwendigkeit einer personalisierten Therapiestrategie bei TLE und könnten helfen, die optimale Therapie und den optimalen Zeitpunkt dafür auszuwählen, denn je länger die Epilepsie besteht, desto ausgeprägter sind die Netzwerkveränderungen. Eine frühzeitige chirurgische Behandlung könnte diese zumindest teilweise verhindern.



Publication History

Publication Date:
06 August 2020 (online)

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