Psychiatr Prax 2020; 47(06): 293-295
DOI: 10.1055/a-1204-6062
Editorial

Interessenkonflikt beim Publizieren – nicht nur ein Problem der Pharmaforschung

Conflict of Interest in Publications – a Problem not only for Drug Research
Stefan Priebe
Unit for Social and Community Psychiatry, Queen Mary University of London
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Stefan Priebe

Das Problem von Interessenkonflikten beim Publizieren von Studienergebnissen ist seit Langem bekannt. Das betrifft die gesamte Medizin, wo die Pharmaindustrie seit Jahrzehnten viele Studien und Autoren finanziert, und damit auch die Psychiatrie. Das Ausmaß des Einflusses ist groß: Eine erste Auswertung von 397 randomisierten Behandlungsstudien in der Psychiatrie kam schon 2005 zu dem Ergebnis, dass Publikationen von Studien mit finanzieller Unterstützung der Pharmaindustrie 4,9-mal eher ein positives Ergebnis berichten als Publikationen von Studien ohne eine solche Finanzierung [1]. Wissenschaftliche Zeitschriften fordern seither Autoren auf, ihren Publikationen eine Erklärung hinzuzufügen, von wem ihre Studien finanziert wurden und von wem sie selbst finanzielle Zuwendungen erhalten oder in irgendeiner anderen Weise finanziell profitieren. Solche Erklärungen von Interessenkonflikten sind inzwischen weitgehend üblich, obwohl ihre Korrektheit und Vollständigkeit praktisch kaum zu überprüfen sind. Der Leser von Studienpublikationen soll somit die Möglichkeit haben, potenzielle Interessenkonflikte der Autoren bei der Interpretation der Ergebnisse zu berücksichtigen.



Publication History

Publication Date:
31 August 2020 (online)

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