Klinische Neurophysiologie 2020; 51(04): 224-225
DOI: 10.1055/a-1196-2864
Das besondere Bild

Ginkgoblatt oder Pfifferling – Sonomorphologie von Morton-Neuromen

Klaus Gardill
1  Neurologische Praxis Bern
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Hintergrund

Bei der Morton-Metatarsalgie handelt es sich um ein chronisches Kompressionssyndrom der distalen Nn. digitales plantares des N. tibialis zwischen den Köpfchen der Mittelfuβknochen. Betroffen sind am häufigsten die Nervenäste zwischen den Ossa metatarsalia III und IV, weniger häufig II und III, noch seltener in den übrigen Zwischenräumen. Das pathologische Korrelat dieser Störung sind die sog. Morton-Neurome als gutartige Verdickungen der kleinen Nerven in diesem Bereich. Sinnvolle elektrophysiologische Untersuchungen zur Diagnostik der daraus resultierenden Morton-Metatarsalgie existieren nicht, sodass den bildgebenden Verfahren eine besondere Bedeutung zukommt, neben der Kernspintomografie besonders die Nervensonografie, die mit relativ geringem Aufwand kostengünstig auch in einer neurologischen Praxis oder einer Funktionsabteilung durchgeführt werden kann. Die Sensitivität von Nervensonografie und Kernspintomografie scheint etwa gleich hoch zu sein, möglicherweise ist die Nervensonografie sogar in der Spezifität überlegen [1] [5].



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Publication Date:
29 October 2020 (online)

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